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Nach Rücktritt: "Es war mir eine Ehre"

Bogatynias Ex-Bürgermeister Wojciech Błasiak hat ein Video veröffentlicht. Doch die wesentliche Frage lässt er darin offen.

22 Monate nach der Amtsübernahme: Wojciech Błasiak ist als Bogatynias Bürgermeister zurückgetreten.
22 Monate nach der Amtsübernahme: Wojciech Błasiak ist als Bogatynias Bürgermeister zurückgetreten. © Stadt und Gemeinde Bogatynia

Nach seinem überraschenden Rücktritt am 20. August hat Wojciech Błasiak nun ein Video veröffentlicht. "Es war mir eine Ehre, als Bürgermeister die Gemeinde Bogatynia (Reichenau) zu repräsentieren", sagt er darin und dankt den Einwohnern für das ihm gegebene Vertrauen bei der Wahl im November 2018, seinen Stellvertretern und besonders seiner Schatzmeisterin bei der Bewältigung der sehr angespannten finanziellen Situation. 

Dankesworte gehen auch an Landrat und Bürgermeister. "Vielleicht kommt die Möglichkeit, sich wieder zu treffen und zusammenzuarbeiten." Auch seine tschechischen und deutschen Amtskollegen Josef Horinka aus Hradek und Thomas Zenker aus Zittau erwähnt er, genauso wie Liberecs Hauptmann Martin Puta. "Es ist gemeinsam gelungen, eine Atmosphäre der guten Zusammenarbeit im Dreiländereck zu schaffen." Auch, wenn einige Vorhaben wie die Dreiländerbrücke nicht erfolgreich waren. 

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Im Video bedankt er sich zudem bei den Direktoren von Kraftwerk und Tagebau Turów für die gute Zusammenarbeit. Die Beziehungen seien noch nie so gut gewesen, so Blasiak. Zum ersten Mal hätte niemand versucht zu beweisen, wer wichtiger sei - Direktor oder Bürgermeister, fragte sich niemand, ob die Gemeinde auf dem Gebiet des Tagebaus oder der Tagebau auf dem der Gemeinde liege.

Der Ex-Bürgermeister hofft, dass sein Nachfolger diese guten Beziehungen mit Turów, mit dem Landratsamt und tschechischen und deutschen Nachbarn nicht verliert - und sich die Situation mit der Zeit normalisiert. Bogatynia solle wie der Name "reich" an all den Werten werden, die wichtig für die Kommunalverwaltung seien.  "Viele Probleme wurden schon gelöst, manche warten auf ihre Lösung", sagt Blasiak.

Offen lässt er in dem Video den Grund für seinen überraschenden Rücktritt während der Sitzung des Stadt-und Gemeinderates. Dort bat er auch seine Stellvertreter Bożena Wojciechowska und Izabela Fituch, den Raum zu verlassen. Einige Minuten später tat dies auch Schatzmeisterin Monika Niklas - weinend. 

Blasiak verfolgte seit seinem Antritt im November 2018 einen rigorosen Sparkurs für die wegen Korruption und Drogenhandel in die Schlagzeilen geratene verschuldete Gemeinde, sein Gehalt wurde von 10.476 Zloty pro Monat (rund 2.380 Euro) um 40 Prozent gekürzt. Seine Handlungen passten wohl einer Mehrheit im Stadtrat nicht, weshalb ihm Mehrheiten fehlten. Die Mitglieder sollten wiederum im August dieses Jahres in einem Referendum abgewählt werden. Doch wegen der geringen Wahlbeteiligung - obwohl die meisten für die Entlassung des Stadtrates stimmten - musste das für ungültig erklärt werden.

Inzwischen kritisierte der Vorsitzende des Stadtrates, Artur Oliasz, den Rücktritt des Bürgermeisters. Einen solchen habe es in Polen noch nicht gegeben, sagt er.

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