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Bombardier bietet Sachsen das Modernste vom Modernen

Wirtschaft. Ein Doppelstockwagen der neuen Generation ist gestern symbolisch an den Beauftragten der Deutschen Bahn übergeben worden.

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Von Peter Chemnitz

Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) hat die Botschaft von Bombardier-General Manager Siegfried Deinege bei seinem Besuch in Görlitz schnell begriffen: Das Wichtigste sei, dass die Fahrzeuge tunneltauglich sind, sagt Jurk bereitwillig immer wieder in die Fernsehkameras. In der Tat, die Doppelstockwagen Görlitzer Bauart genügen der europäischen Brandschutzstufe II und dürften daher künftig stark nachgefragt werden. Um das zu schaffen, haben sich die Bombardier-Ingenieure einiges einfallen lassen. Viele technische Innovationen seien in das Produkt geflossen, sagt Deinege: „Wir bieten hier das Modernste vom Modernen.“ Der Minister nickt begeistert: „So etwas wollen wir auf unseren Gleisen fahren sehen.“

Die in Görlitz in den 30er Jahren entwickelte Idee eines Doppelstockwagens ist bis heute ein Erfolgsmodell. Mehr als 6 000 derartige Wagen wurden bisher gebaut, davon 1 800 nach der Wende. Mit dem Bahnpaket über 298 Doppelstockfahrzeuge ist das Görlitzer Werk zurzeit gut ausgelastet. Jeweils vier Steuer- und acht Mittelwagen werden im Juni für den Einsatz in Sachsen ausgeliefert. „Sie werden zwischen Leipzig und Halle rollen“, verspricht Hans-Jürgen Lücking, Konzernbeauftragter der Deutschen Bahn.

Etwa 5 500 Arbeitsstunden stecken in der Produktion eines Doppelstocksteuerwagens. Reichlich zwei Millionen Euro kostet er. Sachsen fördert die Erneuerung des Wagenparkes mit rund 50 Prozent Fördermitteln. „Uns ist wichtig, dass die Menschen von der Straße auf die Schiene wechseln, weswegen wir attraktive Angebote machen“, sagt Jurk, der nach eigenen Angaben selbst ab und an mit der Bahn zwischen Dresden-Trachau und -Neustadt unterwegs ist.

Die Produktion von Doppelstockwagen bildet für das Görlitzer Werk „eine solide Grundlast“, sagt Deinege. Das Produkt wird neben der Deutschen Bahn auch für andere Auftraggeber in Deutschland, Dänemark Luxemburg und Israel geliefert. Diese Görlitzer Kompetenz habe man auch in der Konzernzentrale anerkannt und sei bereit, sie auszubauen. Auslaufen tut dagegen die ICE-Produktion. Hier tut sich die Deutsche Bahn mit Nachfolgeaufträgen schwer. Neu ist ein Auftrag über den Bau von Wagenkasten-Bauteilen für den Bau von U-Bahnzügen. Montiert werden diese in Rumänien.