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Bombardier ist jetzt am Zug

Sachsens Regierung will dem angeschlagenen Bahnbauer unter die Arme greifen. Hat das Unternehmen überhaupt noch eine Zukunft? Ein Kommentar.

Tilo Berger ist Redakteur in der Bautzener SZ-Lokalredaktion.
Tilo Berger ist Redakteur in der Bautzener SZ-Lokalredaktion. © Robert Michael/dpa/SZ

Wieder mal ein Sparprogramm. Kein Wort haben die Bombardier-Beschäftigten von ihrer Konzernspitze so oft gehört wie dieses. Mehrfach wurden Stellen gestrichen, jetzt sollen auch die noch vorhandenen Mitarbeiter bluten. Beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld, mit Mehrarbeit ohne Lohnausgleich.

Seit Jahren fährt der kanadische Bahnbauer mit seinen Werken in Bautzen und Görlitz von einer Sparrunde und Umstrukturierung in die nächste. Immer heißt es zur Begründung, Bombardier solle fit gemacht werden für die Zukunft. Aber hat das Unternehmen überhaupt noch eine Zukunft? Der französische Branchenriese Alstom möchte die Bahnsparte von Bombardier übernehmen. Der Verdacht drängt sich auf, dass es nur noch darum geht, den Franzosen eine schlanke Braut zu präsentieren.

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Wenn Sachsens Regierung jetzt mit der Bombardier-Spitze über eine Bürgschaft für Aufträge und Lieferanten spricht, verrät das zweierlei. Erstens, wie groß die Schieflage sein muss, dass der einstige Weltmarktführer überhaupt Bürgen braucht. Und zweitens, wie wichtig Sachsen die verbliebenen Arbeitsplätze sind. In Bautzen und Görlitz ist der Waggonbau der größte industrielle Arbeitgeber, dem Dutzende Betriebe zuliefern.

Sachsens Regierung sollte die Gespräche aber auch nutzen, um die Konzernführung an ihre Verantwortung zu erinnern. Und daran, dass gute Fachkräfte durchaus die Wahl haben, wo und wem sie ihre Arbeitskraft verkaufen.

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