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Bombardier soll Bund-Länderbürgschaft bekommen

Der Freistaat Sachsen will mit der Hilfe 2200 Jobs in Bautzen und Görlitz sichern.

Bombardier hat in Sachsen gut 2.200 Beschäftigte.
Bombardier hat in Sachsen gut 2.200 Beschäftigte. © Archivbild: Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Mit einer Bund-Länderbürgschaft will Sachsen dem angeschlagenen Flugzeug- und Bahnhersteller Bombardier unter die Arme greifen und so dessen Standorte in Bautzen und Görlitz mit zusammen gut 2.200 Beschäftigten sichern helfen.

Am Montagvormittag hatten sich Vertreter der sächsischen Staatsregierung und der deutschen Geschäftsführung von Bombardier zu einem Gespräch über die Perspektive der Sparte im Freistaat getroffen. „Die Bürgschaften sichern gegenüber Kunden und Lieferanten Aufträge ab, die wir gewinnen wollen“, sagt Michael Fohrer, Vorsitzender der deutschen Geschäftsführung von Bombardier. Zur Höhe der angedachten Hilfe wollten sich die Beteiligten nicht äußern, weil derzeit noch die Verhandlungen mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau und dem Bundeswirtschaftsministerium liefen.

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Der kanadische Konzern hatte 2018 für seine Bahnsparte ein Programm der Standardisiuerung und Spezialisierung aufgesetzt. Wir sind dort sehr gut vorangekommen“, sagt Fohrer. Im Zuge dessen sei Bautzen als weltweiter Leitstandort aufgestellt worden - mit Aufträgen unter anderem für die österreichische Bahn und für Italien, „Wir sind sehr, sehr gut aufgestellt und gut ausgelastet“, sagt der Manager. Auch in Görlitz sei investiert worden, um die Kompetenz im Wagenkastenbau zu stärken. Görlitz baut vor allem Wagenkästen, Bautzen komplettiert sie zu fertigen Reisezug- und Stadtbahnwagen sowie Straßenbahnen.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD, l.), Bombardier-Deutschland-Chef Michael Fohrer (M.) und Sachsens MP Michael Kretschmer (CDU) auf dem Weg zur Pressekonferenz in Dresden.
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD, l.), Bombardier-Deutschland-Chef Michael Fohrer (M.) und Sachsens MP Michael Kretschmer (CDU) auf dem Weg zur Pressekonferenz in Dresden. © dpa/Sebastian Kahnert

Mit der angedachten Bürgschaft verbindet Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) „die Hoffnung, dass sich Bombardier weiter in der Region engagiert“. „Sachsen soll Bahnland bleiben“, sagt Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). „Deshalb sehen wir die geplante Fusion mit Alstom als große Chance.“

Der französische Konzern hatte Mitte Februar verkündet, den finanziell angeschlagenen Konkurrenten für rund sechs Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Damit entstünde der zweitgrößte Hersteller der Welt nach dem chinesischen Staatskonzern CRRC, vorausgesetzt, die EU-Kommission genehmigt den Deal. Im vergangenen Jahr hatten die Brüsseler Wettbewerbshüter eine Fusion von Alstom und Siemens, weltweit Nummer drei, abgelehnt.

Sachsens Regierungschef Kretschmer hofft auf eine schnelle Entscheidung der Europäischen Kommision, „nach Möglichkeit noch im Monat Juli, damit die Beschäftigten und Zulieferer Sicherheit bekommen“.

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Die Unternehmensführung will in Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall bis Ende September eine Vereinbarung abschließen, wie es nach 2020 weitergeht. „Bis dahin sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen“, versichert Fohrer. Dieser Abschluss sei dann „auch für einen möglichen Käufer Alstom bindend“, so Fohrer.

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