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Bonus und Urlaub für Klinik-Mitarbeiter

Pflegekräfte in Heimen und von Pflegediensten erhalten eine Corona-Prämie. Krankenhäuser handhaben das unterschiedlich.

Der Lockdown war auch für die Mitarbeiter in den Krankenhäusern der Region eine Herausforderung. Die haben zwar noch keinen Überblick über die Kosten. Trotzdem gibt’s bei einer Klinik eine Prämie für das Personal.
Der Lockdown war auch für die Mitarbeiter in den Krankenhäusern der Region eine Herausforderung. Die haben zwar noch keinen Überblick über die Kosten. Trotzdem gibt’s bei einer Klinik eine Prämie für das Personal. © dpa

Region Döbeln. Eine Prämie in Höhe von bis zu 1.500 Euro erhalten Beschäftigte in Pflegeheimen und der mobilen Pflege für ihren Einsatz während des Lockdowns. Der brachte für die Pfleger eine hohe Belastung mit sich. Für das Personal in den Kliniken war diese Corona-Zeit ebenfalls eine besondere Herausforderung. Gibt es auch für diese Mitarbeiter einen Bonus? Saechsische.de hat nachgefragt.

Finanzielle Folgen der Krise nicht absehbar

Das Klinikum Döbeln zeigt sich spendabel. „Unsere Mitarbeiter haben eine, entsprechend dem Verantwortungsbereich gestaffelte Prämie sowie drei Tage Sonderurlaub erhalten“, teilt eine Mitarbeiterin mit. Derzeit steht in den Arbeitsverträgen eine 39-Stunden-Woche.

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Die finanziellen Folgen der Corona-Krise seien für das Klinikum Döbeln aber noch nicht absehbar. „Sie werden sich erst zum Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres darstellen“, so die Mitarbeiterin.

Weniger Patienten zu versorgen

In der Helios-Klinik Leisnig sind dagegen keine Bonuszahlungen oder Lohnerhöhungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise geplant. Ärzte und Pflegekräfte seien im Umgang mit besonderen gesundheitlichen Gefahren geschult, dies sei die Basis ihrer beruflichen Ausbildung und – unabhängig von Corona – Alltag in den Kliniken.

„Dass die Herausforderungen, die wir in den vergangenen Wochen erlebt haben, zeitweise sehr belastend waren, ist uns allerdings bewusst. Unsere Mitarbeiter wurden intensiv auf die zu erwartende Situation vorbereitet und auf vielfältige Art und Weise unterstützt: Nicht nur durch ausreichend Schutzmaterialien, sondern auch durch Kinderbetreuungsangebote und besondere Aktionen in unseren Kliniken sowie auch durch psychologische Hilfsangebote und spezielle Schulungsformate“, erklärt Nicole Menzel von der Helios-Verwaltung.

Patienten bleiben aus Angst Zuhause

Aufgrund der in einigen Krankenhäusern immer noch anhaltenden Corona-Maßnahmen sind die Klinikkapazitäten teilweise nach wie vor reduziert. „Insofern versorgen unsere Mitarbeiter in vielen unserer Kliniken insgesamt momentan spürbar weniger Patienten“, so die Sprecherin.

Es geht in erster Linie darum, dass alle Patienten gut versorgt sind. Die Helios-Klinik habe beobachtet, dass seit Beginn des Lockdowns deutlich weniger Patienten mit ernsten Erkrankungen, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, in das Krankenhaus gekommen sind. Dies sei Anlass zur Sorge, denn es sei zu vermuten, dass viele Patienten, die eine Behandlung dringend benötigt hätten, aus Angst vor einer Ansteckung zu Hause geblieben und deswegen möglicherweise zu Schaden gekommen sind.

Zehn-Punkte-Sicherheitskonzept

„Es ist uns wichtig, dass Patienten wieder Vertrauen in die Behandlung im Krankenhaus gewinnen. Obwohl wir inzwischen wieder Behandlungen durchführen, sehen wir nach wie vor, dass viele Patienten verunsichert sind und den Krankenhausbesuch meiden“, so Nicole Menzel. Es sei wichtig, den Patienten diese Ängste zu nehmen. Dazu habe die Klinik ein Zehn-Punkte-Sicherheitskonzept erarbeitet.

Die staatlichen Freihaltepauschalen, die zur wirtschaftlichen Stabilität der Krankenhäuser beitragen sollen, kämen auch bei Helios zum Einsatz. Sie sind bis zum 30. September befristet. „Es bleibt abzuwarten, inwieweit diese die Umsatzeinbußen durch das Freihalten von Kapazitäten vollumfänglich abdecken“, meint Nicole Menzel.

Ausgleichszahlung für frei gehaltene Betten

Ob die Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH ihren Mitarbeitern einen Bonus gewährt, teilte Pressesprecherin Ines Schreiber nicht mit. Sie informiert über die allgemeine Situation der Klinik. Diese erhalte Ausgleichszahlungen für frei gehaltene Betten entsprechend des Krankenhausentlastungsgesetzes, „die aus heutiger Sicht und Einschätzung die entstandenen Fixkosten decken können“, erklärt die Pressesprecherin. Dies sei vor allem abhängig vom weiteren Infektionsgeschehen und der Weiterentwicklung der gesetzlichen Grundlagen zu Kompensationen. „Dazu bedarf es der weiteren Unterstützung durch den Gesetzgeber“, so Ines Schreiber.

Mehrkosten für Schutzausrüstung

Für Tests, Diagnostik und Schutzausrüstung seien erhebliche Mehrkosten entstanden. Die genaue Höhe lasse sich noch nicht beziffern. Die hausinternen Sicherheitsvorkehrungen seien dabei im Sinne der Patienten- und Mitarbeitersicherheit recht hoch angesetzt.

Das Klinikum Mittweida habe während der Corona-Pandemie auch vielfältige Unterstützung aus der Region erfahren. Mehrere Institutionen hätten Schutzvisiere und größere Mengen Mund-Nasen-Schutz zur Verfügung gestellt. Eine Mittweidaer Firma habe die Klinik mit einer speziellen Tür unterstützt, mit der die Abtrennung eines Isolationsbereiches auf der Station 1 praktisch über Nacht realisiert werden konnte.

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