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Bootsanleger muss teuer saniert werden

Die Steganlage in Radebeul stammt noch aus DDR-Zeiten. Für die Sanierung wird ein Millionenbetrag fällig. Vorher gehen die Arbeiten am Bootshaus weiter.

Nach heutigen Maßgaben würde der Anleger unterhalb der Festwiese nicht mehr genehmigt werden.
Nach heutigen Maßgaben würde der Anleger unterhalb der Festwiese nicht mehr genehmigt werden. © Arvid Müller

Radebeul. Es knarzt und wackelt, wenn man über den Bootsanleger in Kötzschenbroda läuft. Hier, unterhalb der Festwiese, kommen Ruderer, Kanuten und Segler an, die in Radebeul Halt machen und an Land gehen wollen. Auch die Sportler des SSV Planeta, die ihren Vereinssitz direkt nebenan im Bootshaus haben, trainieren dort. Die alten Betonplatten vor dem Anleger und die rostigen Gitter zeigen deutlich: Diese Anlage steht schon lange. "Sie stammt noch aus DDR-Zeiten", sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Seitdem sei daran auch nichts gemacht worden.

Deshalb muss sich hier bald etwas tun. Die  Stegbefestigung entspricht nicht mehr dem Stand der Zeit, sagt Wendsche. Die zuständige Schifffahrtsdirektion würde den Anleger aus heutiger Sicht nicht mehr für zulässig erklären.  Eine genaue Untersuchung wird nötig sein, um zu klären, wie die komplette Uferzone verändert werden soll. Fachplaner müssen ans Werk und das wird nicht günstig. "Wir wissen noch nicht genau, wie viel es kosten wird, aber eine sechsstellige Summe auf jeden Fall", so der Oberbürgermeister.

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Der Steganlage sieht man an, dass sie in die Jahre gekommen ist.
Der Steganlage sieht man an, dass sie in die Jahre gekommen ist. © Arvid Müller

Alter Sanitärtrakt wird abgerissen

Bevor die Steganlage erneuert werden kann, steht aber erst einmal der dritte Bauabschnitt am Wassersportzentrum an. Auf dem Gelände soll Retensionsraum geschaffen werden. Das wurde bereits 2016 in der Baugenehmigung festgehalten. Das Gelände liegt im Hochwasserschutzgebiet, eigentlich dürfen in solchen Arealen per Gesetz keine Neubauten errichtet werden. Voraussetzung für die Sondergenehmigung, die für den Bau der neuen Bootshalle benötigt wurde, war unter anderem der Abriss verschiedener Gebäude, darunter ein Garagenbau und der Sanitäranbau am historischen Bootshaus.

Letzterer soll jetzt verschwinden. Denn ab Alarmstufe 3, also einem Pegelstand von rund 5,15 Metern, tritt Wasser in den Anbau ein. Drei Mal hintereinander - 2002, 2006 und 2013 - wurden die Räume geflutet und mussten jedes Mal für viel Geld saniert werden. Insgesamt 250.000 Euro investierte die Stadt für die Instandsetzungen, hinzu kamen umfangreiche ehrenamtlichen Eigenleistungen der Mitglieder des SSV Planeta.

Fassade und Treppe werden denkmalgerecht hergerichtet

Damit so etwas nicht immer wieder vorkommt, wurden die Sanitär- und Umkleideräume jetzt sicher ins Obergeschoss der neuen Bootshalle gebaut. Ebenso wie alle wichtige Technik. So hoch kann das Wasser nicht kommen. Der Schaden bei Überschwemmungen soll damit möglichst gering gehalten werden. 

Durch den jetzt geplanten Abriss wird die Ostfassade des historischen Bootshauses freigestellt und soll denkmalgerecht wieder hergerichtet werden. Ebenso wie die außenliegende Treppe zum Vereinssaal im Obergeschoss. Früher gab es am Gebäude auch einen zur Elbe gerichteten Balkon. Dieser wird jedoch nicht wieder angebaut, weil er bei Hochwasser in der Strömung liegen und damit den Wasserdurchfluss behindern würde.

Rund 350.000 Euro wird der dritte Bauabschnitt kosten. Die Hälfte davon zahlt die Stadt, die andere kann mit Fördermitteln finanziert werden.

Seit 3,5 Jahren wird gebaut

Mittlerweile wird seit 3,5 Jahren auf dem Bootshaus-Gelände gebaut. Los ging es Anfang 2017 mit dem Abriss der alten Bootshalle. Im ersten Bauabschnitt wurde das Erdgeschoss der neuen Bootshalle mit einem großen stationären Ruderbecken und Lagergaragen für die Boote hergerichtet. Im historischen Bootshaus mussten die Decken und das Zollingerdach repariert werden. Danach folgte der zwei Abschnitt mit dem Bau des Obergeschosses der neuen Bootshalle. Mittlerweile hat der Stadtrat den dritten Bauabschnitt beschlossen. Los gehen soll es im dritten Jahresquartal.

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