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Sorge: Königshainer Berge bleiben auf Dauer kahl

Der Borkenkäfer und die Trockenheit - das setzt den Wäldern im Kreis schlimmer als gedacht zu. Im Süden gibt es noch Hoffnung.

Ein Borkenkäfer auf dem Weg: Er bewegt sich in seinem Gangsystem unterhalb der Rinde. Die Plage könnte sich im Kreis ausweiten.
Ein Borkenkäfer auf dem Weg: Er bewegt sich in seinem Gangsystem unterhalb der Rinde. Die Plage könnte sich im Kreis ausweiten. © Andreas Arnold/dpa

Gute Nachrichten kann Sylvia Knote derzeit nicht verkünden. Im Gegenteil. Die Borkenkäferplage, sie wird schlimmer. "Eine Entspannung der Situation ist nicht absehbar", sagt die Leiterin des Kreisforstamtes und nennt nur ein Beispiel: die Königshainer Berge. "Zu einem großen Teil werden die wohl in Zukunft kahl sein", sagt sie.

Holzhaufen über Holzhaufen: Das ist mittlerweile das "normale" Bild, wenn man in die Königshainer Berge kommt.
Holzhaufen über Holzhaufen: Das ist mittlerweile das "normale" Bild, wenn man in die Königshainer Berge kommt. © Daniela Pfeiffer

Seit etwa dem 9. April schwärmen die Borkenkäfer, der 22. April gilt als Befallsbeginn. Pro Falle wurden 10.000 bis 17.000 Käfer registriert. Bei ähnlichen Bedingungen wie im vergangenen Jahr rechnen die Forst-Experten mit drei Käfer-Generationen.  Die Waldsanierung, sagt Sylvia Knote, wird zum großen Teil nicht mehr kostendeckend zu stemmen sein.  Aufforstungen sind teuer. Ein Hektar Fichte kostet um die 5.000 Euro, ein Hektar Eichenwald schon 12.000 bis 15.000 Euro. Grund ist unter anderem, dass für Letzteren eine Einzäunung notwendig ist.

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Laubwald ist ebenfalls in Gefahr

Inzwischen hat der Kreis vier Gebiete ausgemacht, in denen  noch die Chance besteht, dass der Wald gerettet werden kann, allesamt im südlichen Teil des Kreises und mit dem entsprechenden Einsatz von Mensch und Material.  Die Flächen befinden sich bei Lawalde, Friedersdorf im Oberland, Herrnhut und Neugersdorf. Vor allem die Fichte ist vom Sterben bedroht. 

Die Prognose des Kreises: Bis zu eine Million Festmeter Holz könnten bis 2021 als Schadholz gelten. Aber inzwischen trifft es nicht nur die Fichten. In Kiefern-, Lärchen- und Laubholzbeständen sieht es inzwischen ähnlich düster aus. Grund ist die Trockenheit der vergangenen Jahre. Seit 2018 hat sich ein Niederschlagsdefizit von über 458 Litern pro Quadratmeter aufgebaut. Das ergaben Messungen an der Wetterstation Niesky.

Das Landschaftsbild verändert sich in den Königshainer Wäldern komplett: Kaum ein Baum bleibt verschont.
Das Landschaftsbild verändert sich in den Königshainer Wäldern komplett: Kaum ein Baum bleibt verschont. © Daniela Pfeiffer

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