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Bangen um Borthener Kita beendet

Es drohte die Wiederholung des Debakels von 2010. Doch diesmal besinnt sich der Stadtrat. Bis die Kinder in den Neubau einziehen können, dauert es aber noch.

So soll die neue Borthener Kita aussehen. Ob beide Seitenflügel auf einmal gebaut werden, ist noch zu entscheiden.
So soll die neue Borthener Kita aussehen. Ob beide Seitenflügel auf einmal gebaut werden, ist noch zu entscheiden. © Planungsbüro

Für Karin Thiele war es wie ein Déjà-vu. Vor neun Jahren war sie SPD-Stadträtin in Dohna und musste den Borthenern erzählen, dass der neue Kindergarten nicht gebaut wird. Nun kippelte das Vorhaben wieder. Doch diesmal nutzt der Stadtrat die Chance auf 128 Plätze, was Karin Thiele ein "da kann man mal klatschen" wert war. 

Zuvor hatte sie, diesmal als Vertreterin des Röhrsdorfer Ortsvorstehers im Stadtrat, den Räten noch einmal ins  Gewissen geredet. In Borthen arbeiten viele Eltern, die in Dresden wohnen. Sie müssen immer erst nach Dohna fahren, um ihre Kinder in die Kita zu bringen bzw. zu holen. Zuvor hatte bereits Bürgermeister Ralf Müller (CDU) auf die Notwendigkeit der neuen Kita aufmerksam gemacht. 

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Warum wird der Kindergarten nach wie vor gebraucht?

In den vorhandenen Kitas ist kein Platz mehr. Mehr Tagesmütter betreuen mehr Ein- bis Dreijährige, die danach in den Kindergarten gehen müssen. Hinzu kommen etwa 20 Kinder, die in anderen Kommunen betreut werden. Abgesehen davon, dass das Dohna mehr Geld kostet, ist die Frage, wie lange andere Kommunen das noch ermöglichen. Es gibt bereits die Ersten, die fremde Kinder ablehnen, weil der Platz nicht reicht. Weniger Kinder in den jetzt vollen Einrichtungen bedeutet dort mehr Qualität. 

Seit 2017 wird wieder über eine neue Dohnaer Kita gesprochen. Am Anfang hatte man sogar mal die Idee, jemand anderes könnte sie bauen. Doch das ging nicht auf, auch weil es dann keine Fördermittel gäbe. Ob die Betreibung der Kita später einem Freien Träger übertragen wird, ist noch nicht entschieden.

Was führte zu Zweifeln?

Der Bedarf. Die Freien Wähler hatte ihn schon vor neun Jahren bezweifelt und damals mit dem Argument das Vorhaben zu Fall gebracht. Später wurde dann am Dohnaer Bummi-Kindergarten angebaut. Auch diesmal sagt Fraktionsvorsitzender Hans-Jörg Fischer, die Zahlen  würden keinen Neubau rechtfertigen. Am Ende stimmte er aber trotzdem zu. Erstens, weil das Vorhaben schon ewig gehe, zweitens, weil man durch die neue Kita Zuzug erwarte.

Wie geht es nun weiter?

Der Förderantrag für das Programm "Vitale Ortskerne" ist abgegeben. Jetzt folgt das Gutachten dazu.  Dohna muss dazu noch einige Unterlagen nachreichen. Weitergeplant wird erst, wenn die Fördermittel da bzw. zugesichert sind. Maximal 75 Prozent sind möglich. Anfang 2019 war von rund vier Millionen Euro die Rede. Je länger es dauert, umso teurer dürfte es angesichts der steigenden Baukosten werden.

Dohna habe zwar schon ein positives Signal erhalten, sagt Bürgermeister Müller, doch Stadtrat Thomas Klingner (Grüne) ist dennoch vorsichtig.  Die 24 Millionen Euro im  Förderprogramm für ganz Sachsen seien sehr wenig. Wann es einen Bescheid, wie auch immer, gibt, ist offen - und damit auch der Baustart. Mal war von  Anfang 2020 die Rede, nun wird man froh sein, wenn die neue Kita 2022/23 fertig ist. 

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