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Botschafterin des modernen Arabiens

Die neue Botschafterin der Vereinigten Arabischen Emirate besucht Sachsen und wirbt für mehr Zusammenarbeit.

Hafsa Al Ulama hat vor zwei Wochen ihre Akkreditierung erhalten. Ihr erster offizieller Besuch als Botschafterin führt sie nach Sachsen.
Hafsa Al Ulama hat vor zwei Wochen ihre Akkreditierung erhalten. Ihr erster offizieller Besuch als Botschafterin führt sie nach Sachsen. © imago images

Hafsa Al Ulama hat ihren neuen Posten als Botschafterin der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) im März begonnen. „Ich kam mit Corona und musste erst einmal fast zwei Monate in meiner Wohnung bleiben, viel Zeit, um Wäsche zu waschen“, erzählt sie lachend in einem Dresdner Hotel. 

Erst vor zwei Wochen erhielt sie von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihre Akkreditierung. Ihr erster offizieller Besuch gilt Sachsen. „Wir wissen viel über Westdeutschland, aber zu wenig über den Osten. Im Freistaat gibt es so viel Potenzial, wo wir zusammenarbeiten können“, sagt die Diplomatin. Ein Grund dürfte auch sein, dass der Staatsfonds aus Abu Dhabi, dem größten der sieben Emirate, die Mehrheit an Globalfoundries hält.

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Der Besuch des Dresdner Chipherstellers stand am Mittwoch auf dem Besuchsprogramm wie auch ein Rundgang mit Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig durch die Gläserne Manufaktur von Volkswagen. Al Ulama, die die erste Frau auf dem angesehenen Botschafterposten in Deutschland ist, hat sich fast drei Tage Zeit genommen für den Austausch mit Ministerpräsident Kretschmer, mit dem Rektor der TU Dresden, Müller-Steinhagen, oder den Clustermanagern von Bio-Saxony und Silicon Saxony. Die Abkehr von fossilen Brennstoffen bedeutet für die Emirate, deren Wirtschaftskraft auf Erdöl fußt, langfristig neue Geschäftsfelder aufbauen zu müssen. Die Botschafterin, die in San Diego und London Wirtschaftswissenschaften studierte, will auch Investitionsmöglichkeiten ausloten. Medizintechnik und erneuerbare Energien sind nur zwei Branchen, die für die Emirate interessant sind.

Hafsa Al Ulama will auch mit Stereotypen und Vorurteilen aufräumen. Nicht die gesamte arabische Welt ist so erzkonservativ, wie sie hierzulande wahrgenommen werde. Ein Beispiel wäre die Förderung der Frauen. In ihrer Kindheit – ihr Alter verrät sie nicht, „aber ich bin älter als die 1971 gegründete VAE“ – waren 90 Prozent der zehn Millionen Einwohner Analphabeten. Heute sind es nur noch vier Prozent. Die Mehrheit der Absolventen in den Universitäten der Emirate ist weiblich, auch in den technischen Fächern. Das Erfolgsrezept: Vorbilder schaffen, so wie sie selbst eins ist.

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