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Brähmer bleibt Boxweltmeister

Ein zugeschwollenes Auge des Herausforderers Maccarinelli führt viel zu spät zum Abbruch.

Einige Zuschauer schlugen die Hände vors Gesicht, wollten nicht mehr hinsehen. Enzo Maccarinelli hatte ein zugeschwollenes rechtes Auge, groß wie ein Tennisball. Unter den Schlägen von Boxweltmeister Jürgen Brähmer hatte sich die Kieferpartie darunter gefährlich verformt. Schon das Zusehen bereitete Schmerzen. Doch Ringrichter, -arzt und der Trainer des Walisers wollten den Titelkampf in Rostock lange Zeit nicht abbrechen.

Zu Beginn der sechsten Runde hatte die Ecke des einäugigen britischen Herausforderers ein Einsehen und stoppte das Duell. Dadurch blieb der nach Punkten führende Brähmer bei seiner ersten Titelverteidigung Weltmeister im Halbschwergewicht.

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„Der Doktor fragte: ,Kannst du was sehen?‘ Ich sagte ja, konnte aber nichts mehr sehen“, gab Maccarinelli gut eine Stunde nach dem Kampf zu. Dabei legte er den Kopf in den Nacken und drückte sich einen riesigen Eisbeutel auf das geschlossene Auge. Brähmer hatte ihm mit einem linken Cross in der ersten Runde die enorme Schwellung zugefügt und anschließend gestanden: „Ich wollte immer auf die Wunde hauen, damit sie größer wird.“

In den vier anschließenden Runden schickte der Ringrichter den Briten zweimal zum Ringarzt Walter Wagner, der auf Weitermachen entschied. „Solange der Boxer koordiniert schlägt und er der Ansicht ist, sich verteidigen zu können, dürfen wir ihm die Chance nicht nehmen“, begründete der Bayreuther. Für Maccarinellis Trainer Gary Lockett stand die Gesundheit seines Schützlings an zweiter Stelle. (dpa)