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Brände löschen, Durst löschen

Bei sportlichem Wettkampf und im Festzelt amüsierten sich am Sonnabend Feuerwehrleute aus dem gesamten Osterzgebirge: Der 1. Kreisfeuerwehrverbandstag fand in Rabenau statt. Tatü, tata - fast 50 rote Feuerwehrwagen bahnen sich am Sonnabend den Weg durch die Straßen Rabenaus.

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Von Constanze Sturm

Bei sportlichem Wettkampf und im Festzelt amüsierten sich am Sonnabend Feuerwehrleute aus dem gesamten Osterzgebirge: Der 1. Kreisfeuerwehrverbandstag fand in Rabenau statt.
Tatü, tata - fast 50 rote Feuerwehrwagen bahnen sich am Sonnabend den Weg durch die Straßen Rabenaus. Aber nicht zu einem Großeinsatz, sondern zum Festumzug des 1. Kreisfeuerwehrverbandstag im Weißeritzkreis. Ratternd und tuckernd, ächzend und dröhnend, puffend und qualmend bewegen sich die Gefährte aus den Jahren 1860 bis 1970 durch den Ort. Aber die historischen Vehikel sind nicht mehr unbedingt einsatztauglich.
Mit der Hand zieht ein Hermsdorfer einen Wagen mit einer Fass-Pumpe durch den Ort. Im 18., 19. Jahrhundert war ein solches Gefährt vielleicht noch eine Weltneuheit, eine Revolution. Aber im Jahr 2000 dürfte diese Konstruktion in der Stuhlbauerstadt wohl wenig gegen große Brände bei Sitzmöbelherstellern ausrichten.
Oldtimerfans geraten sicherlich bei einem Löschfahrzeug wie dem LF 12 der Freiwilligen Feuerwehr Grünberg bei Ottendorf-Okrilla ins Schwärmen. Wild schnaubend flitzt der Mercedes mit Aufbau und Vorbaupumpe aus dem Jahre 1928 immerhin mit 60 Kilometern pro Stunde durch die Gegend.
Auch das LF-Lkw-TS 8 Typ Phänomen der Possendorfer lässt die Liebhaberherzen höher schlagen. Das Schmuckstück mit geschlossenem Aufbau diente im Zweiten Weltkrieg als Sanitätskraftwagen der deutschen Luftwaffe, wurde 1945 zum Löschfahrzeug umgebaut. Noch nicht so alt, aber dennoch recht klapprig - die Motorhaube rutscht leicht hin und her - tuckert der Riesaer Einsatzleitwagen durch die Straßen. Der Wartburg 311 wurde 1960 gebaut.
DDR-Nostalgie kommt aber nicht nur während der Parade des Kreisfeuerwehrverbandes Osterzgebirge auf. Auch Feuerwehrtrabanten standen auf dem Festgelände extra zur Schau. "Echt stark, die alten Kultautos. Vor allem die der Marke Eigenbau", schwärmt der Freitaler Lars Mirschner.
Aber nicht nur die Vehikel präsentierten sich von der Schokoladenseite. Die Feuerwehrleute des gesamtem Weißeritzkreises selbst legten sich mächtig ins Zeug. Nicht etwa, um Katzen von Bäumen zu holen, lodernde Brände zu löschen oder eingequetschte Unfallopfer aus deren Autos zu schneiden. Die Kameraden von 42 Freiwilligen Feuerwehren sprinteten durch den Wald, knoteten Seile, rollten mit Schläuche Kegel um und schütten Wasser aus Eimern treffsicher in Fenster-Attrappen.
Im Festzelt herrschte schon vor Beginn der Auswertung des Orientierungslaufes eine ausgelassene Atmosphäre. Allein den letzten Platz feierten die Zuschauer gröhlend und klatschend, als hätten ihre Kameraden aus Borlas bei Olympia gesiegt.
Als die Schellerhauer Feuerwehrleute ihren Pokal abholten, dachten die Feuerwehrleute im Zelt laut schreiend nur ans Brand bekämpfen: "Freibier, Freibier!"