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Brand gelöscht – Randalierer gesucht

Polizei und Gemeinde fahnden weiter nach den Übeltätern, die mehrfach Wanderschilder zerstört haben. Am Wochenende brannte es zudem auf der Höhe.

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Von Anja Beutler

Riesenglück hat die Schönauer Feuerwehr am Sonntag bei ihrem Einsatz auf der Neuberzdorfer Höhe: Ein Besucher auf dem Aussichtsturm hatte gegen 15.15 Uhr Rauch auf einer Wiesenfläche nahe dem Kämmerstein gesehen und die Feuerwehr alarmiert. Und die rückte mit 14 Kameraden und ihrem Löschfahrzeug auch so schnell an, dass sie den Brand noch im Anfangsstadium löschen konnten: „Unsere 600 Liter Wasser auf dem Fahrzeug haben glücklicherweise genau gereicht“, sagt Schönaus Feuerwehrchef Michael Förster. Wenn aber am Sonntag ein stärkerer Wind geweht und die Flammen zusätzlich angefacht hätte, wäre alles bedeutend schwieriger gewesen: „Dann hätten wir Verstärkung über die Leitstelle mit einem Tanklöschfahrzeug anfordern müssen“, sagt Förster. Denn auf der Neuberzdorfer Höhe gibt es nicht überall Löschwasserteiche. Einige sind zwar vorhanden – wie an der Sachsenhütte – aber eben nur punktuell. Nach Angaben der Gemeinde ist das den unterschiedlichen Zuständigkeiten und dem Bergbaurecht zuzuschreiben. „Ich appelliere immer wieder an den Bürgermeister, hier mehr zu tun“, sagt der Schönauer Feuerwehrchef. Denn so ein Brand könne leicht entstehen: „Zurzeit ist es sehr trocken, da reicht schon eine brennende Zigarettenkippe und das Gras aus dem Vorjahr brennt“, sagt Förster. Was am Sonntag den Ausschlag gab, wird wohl ungeklärt bleiben. Der Besitzer der Wiesenfläche verzichtete auf eine Anzeige, hieß es.

Mehr tun würde die Gemeinde auf alle Fälle gern – und das vor allem auch gegen die Randalierer, die bereits zum dritten Mal die Wanderhinweisschilder und Erklärtafeln auf der Neuberzdorfer Höhe und Ende Februar nun auch in der Pappelallee zerstört haben. „Mutmaßungen gibt es viele“, sagt Bürgermeister Christian Hänel (parteilos). Dass es Schönauer sein könnten, weil die Zerstörungswut sich ausschließlich auf Schönauer Flur Bahn bricht: Sowohl vor Weihnachten und Silvester als auch jetzt im Februar. Abgetreten worden – offenbar mit schweren Stiefeln – sind die Holzschilder in beiden Fällen. „Bei der Gewalt, die da geherrscht hat, gehen wir schon von männlichen Tätern aus“, sagt Hänel. Doch leider fehlen – wie die Polizei bestätigt – Hinweise und Zeugen. Denn randaliert haben der oder die Täter vor allem nachts. Der Schaden für die Gemeinde beläuft sich derzeit auf rund 18 000 Euro, wobei der weitaus größere Schaden zum Jahresende 2013 entstanden ist.

Bürgermeister Hänel hatte klar gemacht, dass die Schautafeln und Hinweisschilder so schnell nicht wieder komplettiert werden können: Zum einen muss die Gemeinde noch mit den Grundstückseigentümern klären, wo die Wege künftig entlangführen können. Zum anderen fehlen schlicht das Geld und die Arbeitskräfte, um alles rasch zu reparieren: „Wir haben zwar zur Pflege unserer Wanderwege eine Ein-Euro-Job-Maßnahme beantragt, aber das sieht nicht sehr gut aus“, sagt Hänel. Und allein der Bauhof der Gemeinde schaffe es nicht, so umfangreiche Arbeiten nebenbei zu erledigen. Allerdings, so betont Hänel, werden selbstverständlich die notwendigen Schilder und die, die noch nutzbar sind, wieder angebracht und stehen auch teilweise bereits wieder.