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Es brennt immer noch

Das Großfeuer in Heidenau gibt keine Ruhe. Nicht nur aufflammende Glutnester erschweren die Arbeit der Ermittler. Jetzt erhalten sie tierische Hilfe.

Von oben ist das ganze Ausmaß des Brandes vom Donnerstag zu erkennen.
Von oben ist das ganze Ausmaß des Brandes vom Donnerstag zu erkennen. © Marko Förster

Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Polizei: Die sind immer wieder auf der Heidenauer Breitscheidstraße. Mal wechseln sie sich ab, mal sind sie zusammen vor Ort. Seitdem am frühen Donnerstag hier vier Werk- und Lagerhallen komplett abbrannten, entzündeten sich immer wieder Glutnester. Die Heidenauer Feuerwehr rückte deshalb seither mehrfach aus. Das THW hat bereits am Wochenende begonnen, die Trümmer zu sichern und aufzuräumen. Parallel dazu sind inzwischen auch die Brandursachenermittler dabei. Ihre Arbeit ist vom Vorankommen der Sicherung abhängig. Oberste Priorität hat die Sicherheit der Einsatzkräfte.

Das Betreten des Brandortes ist nach wie vor gefährlich.
Das Betreten des Brandortes ist nach wie vor gefährlich. © Daniel Förster

Jeder Quadratmeter, der untersucht wird, muss vorher geprüft werden. Oberste Priorität hat die Sicherheit der Leute. Noch immer brechen Teile herunter, ist nicht immer klar, was sich unter Schutthaufen befindet. Die Sicherheitsmaßnahmen gelten auch für die Spaziergänger und Fußgänger, die immer wieder kopfschüttelnd vor den Ruinen stehen. 

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Spürhund im Einsatz

Große Stahlträger sind geschmolzen, eine Kranbahn völlig verbogen, Pfeiler knickten wie Streichhölzer um. An diesen Eisenpfeilern muss die Wärme am Größten gewesen sein.  Rund 40 THW-Helfer unterstützen die Kriminalisten bei ihrer Arbeit. Der Ausbruch des Brandes wird offenbar an der Stelle vermutet, wo Zelte, Utensilien und Technik für Veranstaltungen lagerten. Dass der Ursprung des Feuers in der angrenzenden Werkhalle der Fender GmbH zu suchen wäre, kann die Polizei aktuell ausschließen. „Das Gebäude ist nach dem Übergreifen der Flammen gleichmäßig ausgebrannt“, sagt Kriminalhauptmeisterin Elke Nossol.

Mühselige Kleinarbeit der Kriminalisten. Sie suchen nach jeder Spur, die Auskunft über die Ursache des Brandes geben könnte.
Mühselige Kleinarbeit der Kriminalisten. Sie suchen nach jeder Spur, die Auskunft über die Ursache des Brandes geben könnte. © Daniel Förster

Stichprobenartig wird auch Beton aus der Bodenplatte gemeißelt. Die Stücke werden zum Landeskriminalamt geschickt und dort im Labor analysiert. 

Am Montag kam auch Zora zum Einsatz. Der belgische Schäferhund ist Brandmittelspürhund und ging mit Polizeihauptmeister Mager auf die Suche. Schon am Freitag war der Hund angefordert worden. Doch da war es in den Trümmern noch zu heiß und es qualmte.

Nora im Einsatz: Am Montag war die Brandstelle endlich so weit, dass sie auf Suche gehen konnte.
Nora im Einsatz: Am Montag war die Brandstelle endlich so weit, dass sie auf Suche gehen konnte. © Marko Förster

Ein wichtiger Anhaltspunkt bei der Ermittlung der Brandursache ist das Fundament. Auf ihm lagert zwar viel Schutt, in ihn könnten aber auch brandfördernde Stoffe versickert sein. Sonstige Materialien, an denen möglicherweise Brandbeschleuniger gehaftet haben, sind verbrannt. Aber auch die Elektrik wird weiter untersucht. Schließlich kann auch ein technischer Defekt in Frage kommen. „Es ist alles offen. Momentan gibt es keinerlei Hinweise auf irgendetwas. Wir ermitteln in alle Richtungen. Es kann sowohl ein technischer Defekt wie auch eine Brandstiftung, fahrlässiger oder vorsätzlicher Art, in Frage kommen“, sagt Elke Nossol. 

Die Flammen ließen nichts übrig.
Die Flammen ließen nichts übrig. © Marko Förster

Die Arbeit sei sehr schwierig und äußerst umfangreich. Deshalb gibt es auch keinerlei Vorstellung, wie lange sie dauern wird. Die Polizei ist zur Bewachung des Brandortes am Ort, solange die Ermittlungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. 

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