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Brand im Langenauer Wald facht wieder auf

Einzelne Glutnester sind noch immer vorhanden und die Waldbrandstufe steigt. Die Polizei sucht nach der Brandursache - die Feuerwehr hat eine Vermutung.

Mehr als 50 Kameraden mussten am Montag im Langenauer Wald zwischen Hartha und Geringswalde den Brand löschen. Doch auch in den Folgetagen war das Feuer noch immer nicht komplett bekämpft.
Mehr als 50 Kameraden mussten am Montag im Langenauer Wald zwischen Hartha und Geringswalde den Brand löschen. Doch auch in den Folgetagen war das Feuer noch immer nicht komplett bekämpft. © Dietmar Thomas

Geringswalde/Hartha. Der Langenauer Wald zwischen Hartha und Geringswalde. Derzeit ein häufiger Einsatzort für die Kameraden der Feuerwehr. Am Montag hatte auf einer Fläche von etwa 80 mal 40 Metern der Wald gebrannt. Zehn Fahrzeuge unter anderem aus Hartha, Geringswalde und Waldheim mit über 50 Kameraden waren im Einsatz, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Doch auch in den letzten Tagen hielt die Einsatzstelle die Feuerwehrleute weiter auf Trapp.

So mussten die Kameraden der Geringswalder Wehr sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch erneut in den Langenauer Wald ausrücken. Grund dafür war laut Gemeindewehrleiter Robert Sieber, dass erneut Glutnester im Wald auffachten. "Wir hatten mit dem Revierförster abgesprochen, dass er die Brandstelle in den Folgetagen immer wieder begutachten und uns mitteilt, falls erneut Glutnester zu sehen sind", so Sieber. 

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Das war in den Folgetagen der Fall. Insgesamt dreimal rückten die Kameraden aus Geringswalde aus, um vor Ort Löschwasser auf die große Fläche zu bringen. Am Dienstag waren es insgesamt knapp 5.600 Liter, die zum Abkühlen des Bodens dienen sollte. Da sich ein Waldbrand sehr zügig verbreitet, seien Nachlöscharbeiten nicht selten. "Teilweise können sich auch Baumwurzeln entzündet haben, die das Feuer länger am Leben halten", so der Gemeindewehrleiter. "Außerdem ist das Waldgebiet sehr hügelig, weshalb sich das Feuer durch den stärkeren Wind zügig verbreitet hat."

Ist Glas die Ursache für den Brand?

Wie es jedoch zu dem Brand am Montag kommen konnte, ist indes noch völlig unklar. Wie die Polizei auf Anfrage von Sächsische.de mitteilt, seien die Beamten derzeit noch bei der Klärung des Sachverhalts. "Derzeit gibt es noch keine neuen Erkenntnisse zu dem Feuer", erklärt ein Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz. "Die Ermittlungen laufen." Ein vorsätzlich gelegtes Feuer sei jedoch nicht auszuschließen. 

Der Gemeindewehrleiter Robert Sieber erklärt, dass ein zufälliges Feuer "am Vormittag um 10 Uhr im Wald eher unwahrscheinlich ist." Zwar hätte er bei den Löscharbeiten Flaschen und Glas im Gras gefunden, aber er bezweifle, dass das die Ursache ist. "Aber das ist reine Spekulation", meint der Feuerwehrchef.

Der Waldbrand hat sich schnell verbreitet. Die Kameraden mussten mit viel Wasser vorgehen.
Der Waldbrand hat sich schnell verbreitet. Die Kameraden mussten mit viel Wasser vorgehen. © Dietmar Thomas
Da die Wasserversorgung vor Ort sehr schlecht ist, mussten die Landwirtschaftsbetriebe aus der Umgebung mit Wasser helfen. Sie transportierten die Flüssigkeit in den Wald.
Da die Wasserversorgung vor Ort sehr schlecht ist, mussten die Landwirtschaftsbetriebe aus der Umgebung mit Wasser helfen. Sie transportierten die Flüssigkeit in den Wald. © Dietmar Thomas

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Sachsens Forstminister Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen) bittet in dem Zusammenhang alle Besucher, sich an die Regeln zu halten und somit Waldbrände zu verhüten: "Wir erleben in den Wäldern derzeit für alle spürbar den Klimawandel und seine Folgen. Seit Wochen fehlen Niederschläge. Hinzu kommt, dass die Bäume austreiben und somit mehr Wasser brauchen. Und auf den viel zu trockenen Böden sammeln sich abgestorbene, trockene Blätter, Äste und Zweige – auch im Ergebnis der Waldschäden der vergangenen zwei Jahre." 

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Informationen zur aktuellen Waldbrandgefahr in Sachsen sowie zum richtigen Verhalten im Wald finden Besucher auch unter www.sachsenforst.de

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