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Brand in Seifersdorf vermutlich fahrlässig verursacht

Die Polizei schließt andere Brandursachen aus. Die Ermittlungen sind aber noch nicht beendet.

© Frank Baldauf

Von Regine Schlesinger

Am Montagvormittag war die Scheune eines Bauerngehöftes an der Seifersdorfer Bergstraße in Brand geraten. Trotz eines Großeinsatzes konnte die Feuerwehr das Gebäude nicht mehr retten, wie die SZ gestern berichtete. Noch am gleichen Abend untersuchten Spezialisten der Kriminalpolizei den Brandort, um herauszufinden, was das Feuer ausgelöst haben könnte.

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Wie ein Sprecher der Polizeidirektion Dresden gestern auf SZ-Anfrage erklärte, können die Spezialisten zwei Brandursachen ausschließen. Sie sind sich sicher, dass das Feuer nicht durch eine technische Ursache ausgelöst wurde und auch keine vorsätzliche Brandstiftung dahinter steht. Damit konzentrieren sich die Ermittlungen jetzt auf fahrlässige Brandstiftung. Konkret geprüft werde, ob Schweißarbeiten am Dach des Gebäudes, die an diesem Tag dort durchgeführt wurden, zu dem Brand geführt haben. Bislang ist das aber nur eine Vermutung, die Ermittlungen laufen noch, teilt der Polizeisprecher dazu weiter mit.

Ein Funke genügt

Es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass Schweißarbeiten ein solch schlimmes Ende nehmen. Die große Hitze, die beim Schweißen entsteht, kann in der Nähe befindliches Material entzünden. Funken führen auch noch in größerer Entfernung dazu, dass Brände entfacht werden. So hatte vor einigen Jahren der Funke eines Schweißbrenners ausgereicht, um eine alte Werkshalle des ehemaligen Dampfkesselbaus in Heidenau in Schutt und Asche zu legen. Auch bei dem Brand in Reichstädt, bei dem der ehemalige, inzwischen leider verstorbene Dippoldiswalder Bürgermeister Horst Bellmann 2010 seine geliebten Oldtimer und weitere Fahrzeuge verlor, die zusammen in einer Scheune standen, sollen vorher Schweißarbeiten durchgeführt worden sein.

Bei dem Brand in Seifersdorf waren am Montag Feuerwehrleute aus sechs Dippser Ortsteilen sowie aus Karsdorf, Rabenau und Oelsa im Einsatz. Stadtwehrleiter Michael Ebert ist froh, dass es mit vereinten Kräften gelungen ist, das neben der Scheune stehende Wohnhaus vor den Flammen zu schützen. Es habe nur einen Wasserschaden erlitten, sei aber weiter bewohnbar. Bei der Scheune selbst hätten die Einsatzkräfte aber schon bei der Ankunft am Brandort keine Chance mehr gehabt, weil sich das Feuer mit großer Geschwindigkeit ausbreitete. Gegen 20.30 Uhr suchte die Feuerwehr die Scheune bzw. was davon noch übrig war mit Hilfe einer Wärmebildkamera nach Glutnestern ab. Da die Situation als unbedenklich eingeschätzt wurde, konnten die Feuerwehrleute wieder abrücken. Der Eigentümer habe die nächtliche Kontrolle übernommen, so Ebert.

Nur Minimalbesatzungen

Als Problem hat sich aber wieder einmal gezeigt, dass die Wehren tagsüber nur mit einer Minimalbesetzung ausrücken können, weil viele Aktive auswärts arbeiten. Das verlangt bei so einem Einsatz von jedem Feuerwehrmann dann eine ganze Menge ab. Es sei gut gewesen, dass die Rabenauer Wehr mit einem 5 000 Liter fassenden Tankfahrzeug angerückt ist, sagt Michael Ebert. An der Seifersdorfer Grundschule und der Milchviehanlage gibt es zwar Zisternen, zu denen aber erst Schlauchstrecken gelegt werden mussten.