merken
PLUS Zittau

Totalschaden nach Brand im Vereinshaus

Die Ursache des Feuers in der Zittauer Gartensparte "Zur Weinau" ist geklärt. Trotz des großen Schadens wollen die Kleingärtner jetzt aber nicht aufgeben.

Kathleen Kremnitz mit ihrer Tochter und Enkelkind Felix vor den verkohlten Resten des Vereinshauses in der Zittauer Gartensparte "Zur Weinau".
Kathleen Kremnitz mit ihrer Tochter und Enkelkind Felix vor den verkohlten Resten des Vereinshauses in der Zittauer Gartensparte "Zur Weinau". ©  Archivfoto: Rafael Sampedro

Es ist alles hin: Die Rasenmäher, Motorsensen, Heckenscheren, Freischneider - die ganzen Geräte, die sich die Kleingärtner hier ausleihen konnten, die Biertischgarnituren,  die Festausstattung, das Archiv, das ganze Gebäude. "Totalschaden", resümiert Kathleen Kremnitz ganz nüchtern. In alten Arbeitssachen steht die 48-Jährige am Montagvormittag vor den Resten des Vereinshauses der Zittauer Gartensparte "Zur Weinau". Die Baracke ist nur noch ein Trümmerhaufen. Weil die Wände einzustürzen drohen, hat die Polizei rot-weißes Absperrband über den Weg gespannt.

"Wir werden das alles abreißen müssen", sagt Kathleen Kremnitz, die mit ihrem Mann im Vorstand des Kleingartenvereins arbeitet. "Dabei sollten doch heute die Dachdecker kommen." Die Kleingärtner wollten ihr Vereinshaus sanieren. Um Geld für das neue Dach zu beschaffen, hatten sie sich an der Crowdfunding-Aktion von Volksbank und Sächsischer Zeitung beteiligt und über 4.000 Euro gesammelt. Für die neue Eingangstür, die sie erst am Donnerstag eingebaut hatten, hatten sie sich beim Spectaculum und beim Fest in der Weinau mit einem Stand beteiligt. Auch die neue Tür ist jetzt hin.

Garten
Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Nach dem Brand in der Nacht zum Sonntag ist das Vereinshaus der Gartensparte  "Zur Weinau" nicht mehr zu retten.  
Nach dem Brand in der Nacht zum Sonntag ist das Vereinshaus der Gartensparte  "Zur Weinau" nicht mehr zu retten.   © Rafael Sampedro
Die Baracke ist einsturzgefährdet.
Die Baracke ist einsturzgefährdet. © Rafael Sampedro
Vom Inventar sind nur noch verkohlte Reste übrig.
Vom Inventar sind nur noch verkohlte Reste übrig. © Rafael Sampedro

In der Nacht zum Sonntag ist das alles ein Opfer der Flammen geworden. Der Brandursachenermittler der Görlitzer Kriminalpolizei musste nicht lange suchen. Schon am Montagmorgen steht fest: Der Brand wurde durch einen Blitzschlag ausgelöst. Am Rand des Dachs war ein Scheinwerfer montiert. In den hat der Blitz wohl bei dem kurzen, heftigen Gewitter eingeschlagen und eine Überspannung in der Elektrik erzeugt.

"Aber wir haben unser altes Kuchenrad gerettet", freut sich Kathleen Kremnitz. "Das ist fast das einzige. Mir sind gleich die Tränen gekommen." Mit verkohlten Fuß, aber heilem Rad steht es jetzt auf der Wiese vor der abgebrannten Baracke. "Es ist wie ein Wunder, gerade dieses schöne historische Stück."

Das gerettete Kuchenrad ist für die Gartenfreunde auch so etwas wie ein Symbol. Am ersten Augustwochenende wird es nämlich gebraucht. Und zwar auf jeden Fall. "Wir werden unser Sommerfest am 2. und 3. August wie geplant feiern", sagt Kathleen Kremnitz. "Da sind wir uns alle einig." Immerhin gibt es ein Jubiläum zu feiern: 70 Jahre alt ist der Kleingartenverein in diesem Jahr. "Wir haben schon vieles überstanden und geschafft", sagt die 48-Jährige, "zuletzt das Hochwasser 2010, da hat die ganze Anlage einen Meter hoch unter Wasser gestanden. Wir haben das Hochwasser geschafft, und den Brand schaffen wir jetzt auch." Alle Feuerwehrleute und Helfer sind zum Gartenfest herzlich eingeladen. Das alte Kuchenrad wird sich dann am Sonnabendnachmittag mit ganz besonderer Symbolkraft drehen.

Neben der abgebrannten Baracke steht ein rüstiger Rentner im blauen Arbeitskittel auf der Leiter. Der 81-Jährige repariert die Stromzufuhr für die benachbarten Parzellen, die seit dem Brand unterbrochen ist. Er hat die Baracke 1982 mit aufgebaut, erzählt er. Sie stammte ursprünglich vom Gelände des Kraftwerks Hirschfelde. "1.500 Mark haben wir bezahlt damals", sagt er. "Das war zwar viel Geld, aber für dieses Gebäude wirklich ein Schnäppchen". Es ärgert ihn schon ein wenig, dass es jetzt abgerissen werden muss.

Kathleen Kremnitz wartet auf den Gutachter von der Versicherung. Das ganze Ausmaß des Schadens ist noch gar nicht vollständig aufgelistet. Alle in der Gartensparte hoffen, dass die Versicherung einspringt. Davon wird abhängen, wie schnell der Verein wieder neue Geräte anschaffen und ein neues Vereinshaus bauen kann. 

Zum Glück, sagt Kathleen Kremnitz, hatte es vor dem Brand geregnet. Wer weiß, wie weit sich das Feuer bei der Trockenheit hätte ausbreiten können. Zum Glück ist auch der nagelneue Schulgarten heil geblieben, der direkt an das Vereinshaus grenzt. Auf den neu angelegten Beeten gedeihen Zwiebeln, Kartoffeln und Blumen, als wäre nichts gewesen.

Mehr lokale Nachrichten:

www.sächsische.de/loebau

www.sächsische.de/zittau

Mehr zum Thema Zittau