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Brandanschlag auf jüdischen Friedhof

Auf den Neuen Jüdischen Friedhof auf der Fiedlerstraße 3 wurde gestern morgen ein Brandanschlag verübt. Unbekannte zündeten die Eingangstür der Begräbnishalle an, teilte das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen mit.

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Von Kay Haufe

Auf den Neuen Jüdischen Friedhof auf der Fiedlerstraße 3 wurde gestern morgen ein Brandanschlag verübt. Unbekannte zündeten die Eingangstür der Begräbnishalle an, teilte das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen mit. Der Schwelbrand wurde gegen 6 Uhr von einer Radfahrerin bemerkt, die Feuerwehr und Polizei informierte. Er konnte rasch gelöscht werden. Weil ein rechtsextremer Hintergrund möglich sei, ermittelt nun die Soko Rex. Das LKA sucht Zeugen, die Personen auf dem oder in der Nähe des Friedhofes zwischen 3 und 6Uhr gesehen haben. Diese können sich unter 0800/6738152 oder in jeder Polizeidienststelle melden.

Friedliche Antwort finden

Dresdens Oberbürgemeisterin Helma Orosz (CDU) verurteilt diesen Brandanschlag und die auf linksalternative Wohnprojekte in Löbtau und Pieschen in den vergangenen Tagen. „Diese anscheinend politisch motivierten Anschläge sind eine beunruhigende Entwicklung. Ich werde mich persönlich über die Ermittlungen des LKA informieren. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass hier rechtsradikale Gruppen oder Einzeltäter am Werk waren, müssen die demokratischen Kräfte in der Stadt darauf eine friedliche aber wirkungsvolle Antwort finden“, sagte Orosz. Verknüpfungen zwischen den Brandanschlägen wollte das LKA gestern nicht bestätigen. „Wir stehen erst am Beginn der Ermittlungen. Für alle Fälle ist die Soko Rex zuständig, Verbindungen werden schnell aufgedeckt, wenn es sie gibt“, so LKA-Sprecherin Sylvaine Reiche.