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Brandgefahr in Sachsens Wäldern steigt

Durch die Hitze der nächsten Tage kann die Lage brenzlig werden. Auch in den Wasserspeichern ist die Situation angespannt.

Aie ausbleibenden Niederschläge machen den Wäldern zu schaffen.
Aie ausbleibenden Niederschläge machen den Wäldern zu schaffen. © dpa/Monika Skolimowska (Symbolfoto)

Dresden. Wegen der anhaltenden Trockenheit und der aktuellen Hitze ist die Waldbrandgefahr in einigen Regionen Sachsens derzeit besonders hoch. Für den Landkreis Nordsachsen erwartet der Staatsbetrieb Sachsenforst am Wochenende Gefahrenstufe fünf – die höchste in Sachsen. 

Die zweithöchste Warnstufe gilt in den Landkreisen Meißen und Zwickau. Hohe Waldbrandgefahr herrscht im Norden des Landkreises Bautzen an der Grenze zu Brandenburg. Waldbesucher sollten besonders vorsichtig sein, um Brände zu verhindern.

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In Mittelsachsen, der Sächsischen Schweiz, Dresden, dem Erzgebirge, dem Vogtland und dem Landkreis Görlitz wird bis Sonntag mit Stufe 3 nur eine mittlere Gefahr erreicht. Doch das kann sich schnell ändern. In den kommenden Tagen müssen sich die Menschen in Sachsen auf Temperaturen von mehr als 30 Grad einstellen.

Sachsen leidet wie viele andere Regionen stark unter der Trockenheit – das betrifft auch die Wälder, deren Böden nicht genügend Reserven haben. Nach den Wetterdaten fehlten im Freistaat von November 2017 bis Dezember 2019 rund 335 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. 

Auch die Talsperren leiden

Im vergangenen Jahr betrug das Niederschlagsdefizit 14 Prozent, 2018 waren es 33 Prozent, so das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Der mittlere Grundwasserspiegel lag Ende 2019 etwa 40 Zentimeter unter dem Mittelwert der dreißig Jahre. Ende Januar 2020 wurde bereits an 30 Prozent aller Flusspegel Niedrigwasser registriert.

In Nord- und Ostsachsen ist es besonders trocken – trotz der teilweise intensiven Regentage im Frühjahr. Das hat Folgen für die Füllstände der Talsperren, die vielerorts einen Großteil der Wasserversorgung sichern. In der Talsperre Lehnmühle bei Frauenstein stehen derzeit 3,6 Millionen Kubikmeter Wasser – nur etwa ein Viertel des Wassers, das sie normalerweise enthält.

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In der Talsperre Klingenberg liegt der Wasserstand bei 90 Prozent. Die Talsperre Bautzen etwa ist aktuell noch zu 60 Prozent gefüllt. Das führt auch dazu, dass die Spree weiter wenig Wasser hat. Die Talsperre Quitzdorf bei Niesky hingegen kann mangels Zuflusses kein Wasser bereitstellen. Prekär ist die Lage an der Schwarzen Elster: Zwischen Hoyerswerda und Senftenberg ist der Fluss ausgetrocknet.

Das lang andauernde warme Wetter mit viel Sonne begünstigt auch die Algenblüte: Nach der Talsperre Bautzen ist jetzt auch die Talsperre Koberbach bei Zwickau von starkem Blaualgenwachstum betroffen, teilt die Landestalsperrenverwaltung mit. Das Gesundheitsamt empfiehlt, dort nicht zu baden. Bei Personen mit sensibler Haut kann der Wasserkontakt Hautreizungen verursachen. (mit dpa)

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