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Brandserie: Jetzt spricht ein Betroffener

Seit drei Jahren brennen nachts in Bischofswerda immer wieder Fahrzeuge. Mindestens 18 Fälle sind ungelöst - auch der von Ralf Schneider.

Ralf Schneider steht auf seinem Fußballplatz in Belmsdorf. Gleich daneben stand der Wohnwagen, der im vergangenen Jahr abgebrannt wurde.
Ralf Schneider steht auf seinem Fußballplatz in Belmsdorf. Gleich daneben stand der Wohnwagen, der im vergangenen Jahr abgebrannt wurde. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Mit seinem eigenen Fall hat Ralf Schneider abgeschlossen. Durch einen Brand verlor er in der Nacht zum 20. Februar 2019 seinen Wohnwagen, der im Bischofswerdaer Ortsteil Belmsdorf neben einem Kleinfußballfeld stand. Gegen 3.30 Uhr hatte ein Nachbar damals die Flammen bemerkt und die Feuerwehr gerufen. 

Dass es Brandstiftung war, daran zweifeln weder Ralf Schneider noch der Ermittler von der Polizei, der ihn einige Wochen später befragte. Im Wohnwagen gab es weder Gas- noch Stromanschluss, die einen Brand hätten auslösen können. Der Polizist habe von ihm unter anderem wissen wollen, ob er Neider oder Feinde hat, die ihm eins auswischen wollten, berichtet Ralf Schneider.

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Den 30 mal 20 Meter großen Bolzplatz am Rande einer Wohnsiedlung hatte der Unternehmer ein paar Jahre zuvor privat für sich, die Nachbarschaft und Freunde errichtet. Nachbarn helfen, die Anlage zu erhalten. "Den Platz dürfen viele nutzen. Warum sollte da einer zündeln?", fragt Schneider. 

Polizei geht von mehreren Tätern aus

Seit drei Jahren werden in Bischofswerda und umliegenden Orten immer wieder nachts Fahrzeuge in Brand gesteckt. Ein Täter wurde bisher nicht verurteilt. Nach Recherchen von Sächsische.de gibt es bisher mindestens 18 unaufgeklärte Fälle - größtenteils Pkw- und SUV-Brände. Aber auch mehrere Transporter wurden angezündet. Und Ralf Schneiders Wohnwagen. 

Zum Glück wurden bisher alle Brände rechtzeitig bemerkt, so dass niemand verletzt wurde. Selbstverständlich ist das nicht, denn oft standen die Fahrzeuge unmittelbar an Wohnhäusern. Der jüngste Fall ereignete sich vor wenigen Tagen in Weickersdorf.

Nach Angaben der Polizei vom Dezember 2019 konnte ein Tatverdächtiger ermittelt werden.  Allerdings war es nicht möglich, ihm die Brandstiftung(en) gerichtsfest nachzuweisen. Die Polizei geht davon aus, dass es mehrere Täter beziehungsweise Tätergruppen gibt. 

Wohnwagen-Brand: Ermittlungen eingestellt

Die Behörden haben die Akte "Wohnwagen" inzwischen geschlossen. Ralf Schneider wurde am 16. März 2020 von der Staatsanwaltschaft informiert, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt worden ist, weil kein Tatverdächtiger gefunden werden konnte. 

Mit 3.000 Euro Schaden kommt er vergleichsweise glimpflich davon. "Aber was sollen diejenigen sagen, die durch einen Brand ihr Auto verloren haben?", fragt er. Wer keine Kasko-Versicherung hat, bekommt nicht einmal den Zeitwert ersetzt.  

Die Arbeit der Polizei möchte Ralf Schneider nicht bewerten. Doch etwas mehr Aufwand bei den Ermittlungen hätte er sich gewünscht. 

Angst, dass Menschen zu Schaden kommen können

Ein Brandursachenermittler war zwar schon am nächsten Tag vor Ort. Doch dann passierte einige Wochen lang gar nichts. Schließlich rief Ralf Schneider in der Bischofswerdaer Polizeidienststelle an, wurde von dort nach Bautzen und wieder zurück nach Bischofswerda verwiesen. Es folgte ein Anruf eines Ermittlers, der ihn befragte.

Als Ralf Schneider den leisen Verdacht äußerte, der Brand seines Wohnwagens könnte im Zusammenhang mit den anderen Fahrzeugbränden stehen, habe er zu hören bekommen, die Ermittlungen möge er der Polizei überlassen.

Bei jeder neuen Nachricht über einen Fahrzeugbrand wird Ralf Schneider nachdenklich. "Wie groß wird das Geschrei sein, wenn bei so einem Brand mal Menschen zu Schaden kommen sollten?", fragt er. Und er gibt zu bedenken:  Vielleicht sollten unmittelbar nach dem Notruf mehr Polizeibeamte nach Bischofswerda geschickt werden, damit sie das Umfeld nach dem Brandstifter absuchen. Ein Versuch wäre es wert. Zu nachtschlafender Zeit ist ja kaum einer in der Stadt unterwegs. 

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