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Bischofswerda

Brandopfer freuen sich über Spenden

Feuerwehr und Bürgermeisterin brachten erste Schecks nach Frankenthal.

Hilfe für die Brandopfer: Eine Delegation der Großharthauer Feuerwehr und Bürgermeisterin Janine Bansner überbrachten Geld-Spenden. Dafür gab es nicht nur bewegte Dankesworte sondern auch herzliche Umarmungen.
Hilfe für die Brandopfer: Eine Delegation der Großharthauer Feuerwehr und Bürgermeisterin Janine Bansner überbrachten Geld-Spenden. Dafür gab es nicht nur bewegte Dankesworte sondern auch herzliche Umarmungen. © Steffen Unger

Frankenthal. Rainer Stierand kippt Wasser aus einem etwa Zigarettenschachtel großen, durchsichtigen Plasteschächtelchen und schüttelt ungläubig den Kopf. „Das Wasser ist überall. Es ist sogar in die kleinen Regal-Schieber gelaufen. Obwohl sie geschlossen waren.“ Unermüdlich räumt der Frankenthaler seine Werkstatt auf, wägt ab, was er aufhebt und was weg muss. Seine Sammlung alter Radiogeräte, die er allesamt in mühevoller Kleinarbeit repariert hat, sind wahrscheinlich auch ein Fall für den Müll. Alle haben Wasserschäden. Außerdem löse sich das Furnier. Noch einmal will sich der 74-Jährige diese Mühe nicht machen.

Seit ein verheerender Brand am Pfingstsonntag das Haus, welches er mit seiner Frau, Schwägerin, Schwager und Neffen bewohnt, zerstörte, steht er zehn, zwölf Stunden am Tag in der Ruine und räumt. 40 Kubikmeter Schutt haben drei Familien und ihre Helfer bereits entsorgt. Der rote Container vor dem Brandhaus ist schon wieder randvoll und sicher nicht der letzte, der abgeholt werden muss. Fast das ganze Hab und Gut der Frankenthaler ist vernichtet. Doch sie stehen nicht allein da. Die Solidarität im Dorf ist hoch. Bürgermeisterin Janine Bansner konnte schon etliche Sachspenden bringen: Bettwäsche, Geschirr, Handtücher, Kleidung und, und, und. Mehr als 60 Mails kamen unter der eigens eingerichteten Mailadresse [email protected]nkenthal.de an. „Die Hilfsbereitschaft ist sehr groß“, lobt die Gemeinde-Chefin.

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Rührend gekümmert

Helfen wollten auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus dem benachbarten Großharthau. „Wir waren beim Löschen dabei“, so Thomas Kunath, Pressesprecher der Großharthauer Wehr. „Wir bekamen die Bilder nicht aus dem Kopf.“ Am Tag nach dem Brand sollte das 20. Kinderfest der Jugendwehr stattfinden. Doch so richtig zum Feuern sei keinem zumute gewesen. Deshalb entschieden die Großharthauer noch am Sonntagabend, eine Spendenaktion für die Brandopfer zu starten und machten die Aktion über soziale Netzwerke publik. Noch während des Festes beschloss die Wehr, den gesamten Fest-Erlös zu spenden. 1600 Euro kamen so zusammen, erzählt Thomas Kunath den geschädigten Familien bei der Scheckübergabe am Mittwochabend. „Und gerade als wir losfahren wollten, drückte uns ein Spender noch spontan 100 Euro in die Hand.“

„Wir sind sprachlos. Mit so großer Hilfsbereitschaft haben wir nicht gerechnet“, sagt Rainer Stierand als ihm die kleine Wehr-Delegation die Spenden in die Hand drückt. Und das war längst nicht alles. Auch Janine Bansner hatte einen symbolischen Scheck dabei. Auf dem stand die unglaubliche Summe von 6255 Euro, die in den ersten zehn Tagen auf dem Gemeinde-Spendenkonto einging. Dafür gab’s nicht nur eine herzliche Umarmung. „Unsere Bürgermeisterin hat sich rührend um uns gekümmert“, lobt Monika Stierand. „Wir finden keine Worte“, sagt Rainer Stierand mit versiegender Stimme. „Ich möchte mich im Namen unserer Familien ganz herzlich bedanken“, ergänzt seine Frau, die wie ihr Mann auch, mit den Tränen ringt.

Spendenkonto der Gemeinde: Verwendungszweck: Spenden für Brandopfer Kreissparkasse Bautzen IBAN: DE39 8555 0000 1000 5088 34; BIC: SOLADES1BAT

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