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Brandschutz am Kulturzentrum soll nachgebessert werden

Für die Kunst- und Musikschule reicht ein zweiter Rettungsweg aber nicht. Für sie müssen andere Räume gefunden werden.

Von Regine Schlesinger

Nicht auszudenken, was passiert, wenn es im Dippoldiswalder Kulturzentrum Parksäle zu einem Brand kommen sollte. Untergebracht ist in dem Gebäude außer der Verwaltung des Kulturzentrums auch die Kunst- und Musikschule.

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Täglich üben hier Kinder mit ihren Musiklehrern. Es gibt nur einen Fluchtweg über das enge Treppenhaus. Das dürfte bei einem Brand rasch voller Qualm stehen, ein Durchkommen damit unmöglich sein. Früher führte ein Gang von der Schule aus bis in den Flügel, der an den Saal angrenzt. Doch als das Landratsamt des ehemaligen Weißeritzkreises in diesem Flügel einen Teil der Verwaltung unterbrachte, wurde der Durchgang dichtgemacht. Damit gibt es auch keinen zweiten Rettungsweg mehr. „Das ist aus heutiger Sicht nicht mehr tragbar“, räumt Oberbürgermeister Ralf Kerndt (Freie Wähler) ein.

Mehrere freie Objekte

Doch selbst wenn der Durchgang wieder hergestellt oder durch eine andere bauliche Maßnahme ein zweiter Rettungsweg geschaffen würde, bliebe immer noch das Problem, dass die Räumlichkeiten in den Parksälen schon längst nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine Musikschule entsprechen.

Für die Schule müssen andere Räume gefunden werden, sagt daher auch OB Kerndt. An freien Räumen herrscht in Dippoldiswalde eigentlich kein Mangel. Es gab laut Kerndt schon erste Kontakte der Kunst- und Musikschule selbst mit dem Landratsamt. Dabei ging es um das zum großen Teil leerstehende Berufsschulzentrum. Infrage kommen könnte aber auch das ehemalige Haus 2 des Landratsamtes, das in der Dr.-Friedrichs-Straße gegenüber vom Postgebäude steht. Seit dem Umzug der Verwaltung ins Pirnaer Schloss Sonnenstein wird das Gebäude nicht mehr genutzt. Es gehört nach wie vor dem Landkreis.

Die Kreisverwaltung hat es zum Verkauf ausgeschrieben. Es müsse geprüft werden, ob sich schon Interessenten gefunden haben, sagt der OB. Und es gibt noch ein weiteres Objekt, das zur Diskussion steht: die ehemalige Förderschule in Ulberndorf. Auch darüber wäre mit dem Landkreis zu verhandeln.

Für welches Gebäude auch immer am Ende die Entscheidung fällt – damit die Kunst- und Musikschule einziehen kann, müsste sicher zunächst in mehr oder weniger großem Umfang investiert werden. Dabei ist Dippoldiswalde gerade dabei, die Liste der Investitionen für die nächsten Jahre abzuspecken. Wie und ob überhaupt neue Räume für die Kunst- und Musikschule da hineinpassen, ist völlig offen.

Der fehlende Rettungsweg ist aber offenbar nicht der einzige Mangel in Sachen Brandschutz der Parksäle. Nach einem Vor-Ort-Termin am vergangenen Freitag hat der OB festgelegt, dass sich ein Prüfingenieur mit dem Brandschutzgutachten befassen soll, welches im Vorfeld des Umbaus vom kleinen Parksaal entstanden ist. Dieser Umbau ist im Wesentlichen abgeschlossen. Bis morgen erhofft sich Kerndt von dem Prüfingenieur eine Aussage dazu, wie er das Gutachten bewertet und was aus seiner Sicht notwendig wäre. Es sei aber nicht so, dass jetzt zwingend Festlegungen zu treffen gewesen wären, versichert der OB.

Geprüft werden soll auch, was beim Umbau des Kulturzentrums vor über zehn Jahren brandschutztechnisch passiert ist. Dieser Umbau erfolgte noch in der Regie des Landratamtes. Erst nach der Fertigstellung übernahm die Stadt das Gebäude. Ein Schwerpunkt ist offenbar eine Brandschutzwand zwischen kleinem Parksaal und dem Verwaltungsflügel. Sie muss laut Kerndt ertüchtigt werden, damit sie ihre Aufgabe erfüllen kann. Auf die Fertigstellung des kleinen Parksaals habe das aber keine Auswirkung, so der OB.