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Brandserie: Keine Zeugen, keine Hinweise

Drei Mal zündelten Unbekannte in Radeberg in den vergangenen zwei Wochen. Drei Industrie-Ruinen brannten ab. Die Polizei hat bisher aber keine Hinweise, die zu dem oder den Tätern führen könnten. Unterdessen werden auch in der nahen Umgebung Brände gelegt.

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Von Jens Fritzsche

Ob es sich bei den Brandstiftern der vergangenen zwei Wochen in Radeberg um ein und denselben Täter handelt, ist nach wie vor offen. „Wir haben zwar die gefundenen Proben von Brandbeschleunigern ins Labor eingeschickt, doch bisher liegen die Gutachten noch nicht vor“, erläutert Polizeisprecherin Petra Kirsch. Somit ist also noch immer nicht bekannt, ob es sich bei den in der Formguss-Halle, beim Feuer auf dem alten Ifa-Gelände und im alten Glaswerk benutzten Brandbeschleunigern um immer die gleiche Substanz handelt. Das wiederum könnte ein Hinweis darauf sein, dass hier stets derselbe Täter am Werk gewesen ist...

Fahrlässigkeit in Brauerei

Klar ist bisher aber, dass das Feuer vom vergangenen Freitag in der Großröhrsdorfer Brauerei nicht auf Brandstiftung zurückgeht. Stattdessen wurde der Brand im Dach der Lagerhalle von Böhmisch-Brauhaus durch Arbeiter ausgelöst, „die mit einem Propangas-Gerät Dachpappe-Bahnen erhitzt haben“, so Polizeisprecherin Kirsch. Fahrlässigkeit also, nicht Brandstiftung. Fest steht auch, dass in der Brauerei weiterhin Bier gebraut werden kann, wie die Geschäftsführung der SZ sagte.

Zeugensuche

Bei der Suche nach Tatzeugen waren die Ermittlungen der Polizei bisher nicht erfolgreich, gibt Petra Kirsch zu. „Auch die Rundum-Ermittlungen, also die Befragung von Nachbarn und Anwohnern der Brandstellen, haben keine neuen Erkenntnisse gebracht“, fügt sie an.

Soko für Brandermittlung

Also wäre am Ende die Einrichtung einer Sonderkommission sinnvoll, um die Ermittlungsarbeit zu intensivieren? „Dafür sehe ich im Moment keinen Grund“, findet die Polizeisprecherin. „Schließlich gibt es in Radeberg eine Außenstelle der Kriminalpolizei, die Ermittler sind also vor Ort.“ Und natürlich könne man davon ausgehen, dass die Polizei jetzt ein besonders wachsames Auge hat, was mögliche weitere Brandstiftungen in Radeberg betrifft, machten die Ermittler schon Mitte voriger Woche deutlich.

brandstifter im umland

Mittlerweile treten auch zunehmend Brandstiftungen im Umfeld von Radeberg auf. So war bereits am Montag in Bischofswerda ein leer stehendes Haus abgefackelt worden (10 000 Euro Schaden), gestern nun erwischte es auch Kamenz. Dort stand am Mittag plötzlich ein leer stehendes und bereits für den Abriss vorgesehenes Mehrfamilienhaus in Flammen. Und während die Feuerwehr den Brand löschte, begann auch noch ein Nachbarhaus zu qualmen. Die Polizei geht in beiden Fällen von Brandstiftung aus, war zu erfahren.