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Brandstifter legt Feuer im Zittauer Gebirge

Zum dritten Mal lodert der Wald am Oybiner Ameisenberg. Die Stadt Zittau hat für Hinweise auf den Täter eine hohe Belohnung ausgesetzt.

Ein Holzhaufen am Armesünderweg zum Ameisenberg hat am Montagabend gebrannt. Feuerwehren aus Oybin, Jonsdorf, Olbersdorf, Bertsdorf und Zittau waren im Einsatz.
Ein Holzhaufen am Armesünderweg zum Ameisenberg hat am Montagabend gebrannt. Feuerwehren aus Oybin, Jonsdorf, Olbersdorf, Bertsdorf und Zittau waren im Einsatz. © xcitepress

Am Morgen nach der Brandnacht ist zu sehen, was noch alles hätte passieren können: Der große Holzstapel am Wegesrand ist vollkommen verkohlt. Die stattlichen Buchen und Eichen ringsum sind bis in die Spitzen verbrannt. Mehr als zehn Meter sind die Flammen in der Nacht zum Dienstag aus dem Wald geschlagen. Wieder!

Es ist ein makabres Schauspiel, dass sich da am Fuße des Ameisenbergs in Niederoybin abspielt - weithin zu sehen und von vielen beobachtet. Im Internet kursieren Videos von der Feuersäule, eines davon zeigt den Brand noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr: "Was hier los ist. Die roten Gitarren", sagt ein Mann auf dem Film.

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Der stellvertretende Kreisbrandmeister Peter Seeliger macht so etwas fassungslos. Am Morgen danach steht der 52-Jährige am Brandort. Es ist der dritte Holzstapel, der am Wanderweg nahe der Teufelsmühle aufgestapelt war - zum Abholen bereit.

Die Mitarbeiter des Zittauer Forstbetriebs haben das Holz in den letzten Wochen aus dem Wald geholt. "Normalerweise könnte man die Baumspitzen und das Reißig liegen lassen", erklärt Denis Goldhahn, die Revierförsterin vom Nachbar-Revier. "Aber nicht bei diesem Käferbefall, da zählt jeder Ast, der raus ist."

Auch sie steht am Dienstagmorgen fassungslos vor dem verkohlten Holzstapel. "Das ist jetzt schon das dritte Mal hier", sagt die 36-Jährige leise. Mit einer Wärmebildkamera prüft sie, ob noch Glutnester im verkohlten Holz sind. "Ich darf gar nicht dran denken, was das bei der Trockenheit für ein Waldbrand hätte werden können." Die Feuerwehrleute haben auch diesmal wieder Schlimmeres verhindern können.

Schon bei den Löscharbeiten aber ist schnell klar, dass sich auch dieser Holzstapel nicht von alleine entzündet haben kann. "Ganz klar, wir suchen einen Brandstifter", sagt Peter Seeliger. Mehr will der Kreisbrandmeister nicht sagen.

Vor dem Hintergrund der hohen Gefahr für den Zittauer Stadtwald hatte die Stadt Zittau bereits beim letzten Brand eine Belohnung von 1.000 Euro ausgelobt für sachdienliche Hinweise, die helfen, den Brandstifter zu fassen. Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) hat am Dienstag entschieden, die Summe auf 2.000 Euro zu verdoppeln.

Dass die Holzstapel auf dem Waldweg zum Ameisenberg in Oybin irgendwann brennen könnten, das hat Dietmar Ullrich beinahe schon kommen sehen. Erst am Nachmittag vor dem Brand machte er Fotos von den Haufen. "Mich begleitete dabei ein ungutes Gefühl", sagt der 73-Jährige. Inzwischen hat die Stadt Zittau aber angekündigt, das Holz noch in dieser Woche aus dem Wald zu holen.  

Mehrere dieser Haufen liegen am Waldrand.
Mehrere dieser Haufen liegen am Waldrand. © Dietmar Ullrich

Genau 21.42 Uhr hatte die Rettungsleitstelle am Montagabend die Feuerwehren aus Oybin, Jonsdorf, Olbersdorf, Bertsdorf und Zittau informiert. Da hatten die Flammen bereits auf den Wald übergegriffen. 50 Kameraden kämpften gegen sie an. Gegen 22.20 Uhr hatten sie das Feuer unter Kontrolle. Der Feuerschein war zwischenzeitlich bis von der Grundbachsiedlung in Olbersdorf aus zu sehen, auch auf den Webcam-Bildern des Hochwalds tauchte der Brand im Hintergrund auf. 

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Bei den Löscharbeiten kam auch eine spezielle Drohne zum Einsatz, gesteuert von Jens Neumann-Weinbeer. Der Zittauer hat mit einer Wärmebildkamera Fotos von Glutnestern geliefert, die zudem das Ausmaß des Feuers zeigen. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf 5.000 Euro. 250 Festmeter Holz sind verbrannt.

Aufnahmen von der Drohne: Der Löschschaum auf den abgebrannten Bäumen.
Aufnahmen von der Drohne: Der Löschschaum auf den abgebrannten Bäumen. © Jens Neumann-Weinbeer/www.zittauer-blickwinkel.de
Dank der Wärmebildkamera sind noch die Glutnester zu sehen.
Dank der Wärmebildkamera sind noch die Glutnester zu sehen. © Jens Neumann-Weinbeer/www.zittauer-blickwinkel.de
Revierförsterin Denis Goldhahn sucht am Dienstag mit einer Wärmebildkamera nach möglichen Glutnestern.
Revierförsterin Denis Goldhahn sucht am Dienstag mit einer Wärmebildkamera nach möglichen Glutnestern. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

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