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Braunsdorfs Sportcasino wird umgebaut

Der Verein hat Zuwachs und will den Sanitärtrakt sanieren. Bisher entstand vieles in Eigenregie, diesmal hilft die Stadt.

Von Annett Heyse

Lutz Meerstein schließt eine Tür auf. Es riecht nach Öl, in dem Raum lagern Arbeitsgeräte, Werkzeuge, Getränke. Ein typischer Abstellraum halt, in dem eine knallorangen lackierte Heizanlage den einzig größeren Wert besitzt. Doch genau die ist in die Jahre gekommen. Genauso wie die Duschen und Toiletten ein paar Türen weiter. Nun soll der gesamte Heizungs- und Sanitärbereich des Braunsdorfer Sportcasinos umgebaut und modernisiert werden.

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Männer wie Frauen bekommen neue Duschen- und Toilettenräume. Da platzsparender gebaut wird, könnte dabei auch ein zusätzlicher Umkleideraum mit entstehen. Außerdem wird die Ölheizung durch eine Gasanlage ersetzt. Und damit bei größeren Veranstaltungen wie beispielsweise dem alljährlichen Dorffest zukünftig keine Toilettenwagen mehr aufgestellt werden müssen, soll an zusätzliche Besuchertoiletten gedacht werden. Dazu wird es einen separaten Seiteneingang geben, damit die Gäste nicht durch den Umkleidebereich laufen müssen.

Macht unterm Strich eine Summe von rund 120 000 Euro Baukosten. Weil der Verein diese nie allein stemmen könnte, hat er beim Land Sachsen finanzielle Unterstützung über die Vereinsförderung beantragt. Vor Kurzem ist nun die Zusage eingetroffen. In Zusammenarbeit mit der Stadt Wilsdruff, der das Objekt letztendlich gehört, wird demnächst die Ausschreibung vorbereitet. Für die Braunsdorfer ist es das erste Mal seit Jahren, dass sie überhaupt ein Bauprojekt auf diese Weise anpacken.

Bisher galt immer das Motto: Selbst ist der Mann. „Wir sind hier wie eine große Familie, haben fast immer alles allein gemacht“, berichtet Lutz Meerstein, der im Vorstand des Vereins aktiv ist. Egal ob Renovierung der Umkleiden oder Duschen, egal ob die Pflege der Außenanlagen oder des Spielfelds – bei unzähligen Arbeitseinsätzen packen viele Vereinsmitglieder an. Doch nun ist das Vereinsheim etwas in die Jahre gekommen, an einer grundhaften Sanierung führt kein Weg vorbei. Das gilt nicht nur für die Sanitärräume und den Heizraum. Dazu gehört auch eine Fassade, die besser gedämmt ist.

Lutz Meerstein führt hinter das Gebäude. Alter Putz, grob aufgebracht – man sieht selbst als Laie, dass hier etwas gemacht werden muss. Im Zuge der Bauarbeiten wird der gesamte rechte Gebäudeteil wärmegedämmt. Die Kosten dafür sind bereits in den 120 000 Euro einkalkuliert. Wann die Bauarbeiten starten, steht noch nicht fest. „Wir wollen auf jeden Fall im Herbst, spätestens kurz vor dem Winter fertig sein“, sagt Lutz Meerstein. Gebaut werde schrittweise, bei laufendem Trainings- und Spielbetrieb. Wenn möglich, wollen die Sportler mit anpacken.

Die SG Braunsdorf ist ein Verein, der sich derzeit über Zulauf nicht beklagen kann. Zwar gibt es Lücken bei den Nachwuchsfußballern – neben den zwei Männerteams hat man derzeit nur drei Jugendmannschaften – aber andere Abteilungen erleben gerade einen Aufschwung. Die Anzahl der Tennisspieler ist auf 20 gestiegen, Kindersport und Kindertanz ist gut nachgefragt. „Mitte April eröffnen wir noch eine Tanzgruppe für Mädchen und Frauen“, berichtet Lutz Meerstein stolz. Um die 200 Mitglieder hat der Verein aktuell, neben den schon genannten Sportarten bietet die SG auch Reiten, Billard, Gymnastik und Seniorensport an.