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Schnelles Internet - kaputte Straßen?

Bauleute legen in Bischofswerda auf 50 Kilometern Rohre fürs Breitband in die Erde. Wie sie manche Baustelle verlassen, sorgt allerdings für Kritik.

Im Bischofswerdaer Wohngebiet Kändlerstraße/Lessingstraße wurden die Fugen nach dem Breitbandausbau auffallend breit verschlossen - nicht immer sauber und auch nicht immer eben, sagen Kritiker.
Im Bischofswerdaer Wohngebiet Kändlerstraße/Lessingstraße wurden die Fugen nach dem Breitbandausbau auffallend breit verschlossen - nicht immer sauber und auch nicht immer eben, sagen Kritiker. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Die Straßen in der schmucken Wohnsiedlung im Norden von Bischofswerda  sind von den Tiefbauarbeiten  gezeichnet. Dunkle Asphaltbänder markieren die Trassen, wo  die Fahrbahn für den Breitbandausbau  aufgegraben wurde. Die Fugen wurden mehrere Zentimeter breit verschlossen - nicht immer sauber und auch nicht immer eben, sagen Kritiker.

"Ob das zwei strenge Winter überstehen wird?", fragt sich ein Anwohner. Er ist nicht der einzige, der sich diese Frage stellt. 

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Nur wenige Millimeter Toleranz sind zulässig

Die nicht immer sachkundig verschlossenen Gräben von heute sind die Straßenschäden von morgen, heißt es. Bürger machen sich Sorgen um Bischofswerdas Straßen und Wege. Denn nicht überall werden Fahrbahnen nach dem Breitbandausbau in ihrer früheren Qualität wieder hergestellt. So wurde im zuständigen Stadtratsausschuss bereits vor einiger Zeit die Engelhardtstraße als Negativ-Beispiel genannt. 

Nach den Bauvorschriften muss eine Straße nach dem Tiefbau wieder in der alten Qualität hergestellt werden. So ist auf einer zuvor intakten Fahrbahn auf einer Länge von vier Metern eine maximale Unebenheit von vier Millimetern zulässig. Diese minimale Toleranz würde bei guter Arbeit einem Laien gar nicht auffallen. 

Der Energieversorger Enso lässt im Auftrag des Landkreises in Bischofswerda  fürs schnelle Internet graben.  Dafür sind auf rund 50 Kilometern Leerrohre für die Glasfaser-Infrastuktur zu verlegen, sagt Enso-Sprecherin Claudia Kuba. Neben dem Breitbandnetz werden vielfach auch Stromkabel und Gasleitungen ersetzt beziehungsweise mit verlegt, um künftige Tiefbauarbeiten möglichst zu vermeiden.  

Enso übernimmt Gewährleistung für fünf Jahre

Den Vorwurf, die Straßendecken würden nicht ordnungsgemäß wieder hergestellt, weist  die Enso zurück. Im genannten Wohngebiet seien die Arbeiten normgerecht mit den erforderlichen "Rückschnitten" zur Stabilisierung der Straßendecke ausgeführt worden, sagt Claudia Kuba. Gegenwärtig läuft die Dokumentation. Erst nach deren Abschluss könne dieser Bauabschnitt durch die Enso und die Stadtverwaltung geprüft und abgenommen werden. 

Zur Frage der Qualifikation der beauftragten Tiefbaufirmen erklärt die Sprecherin, diese stammen alle aus der Region und hätten die fachlichen Voraussetzungen, um nicht nur die Kabel zu verlegen, sondern anschließend auch die Gräben wieder normgerecht instand zu setzen. 

Mit den Tiefbauarbeiten übernimmt die Enso als Bauträger die Gewährleistung für fünf Jahre. "Die Stadtverwaltung kann und wird Enso daher auch nach Abnahme zur gegebenenfalls erforderlichen Mängelbeseitigung auffordern. Zu dieser Verantwortung stehen wir", betont Claudia Kuba. 

Auf dem Amselweg wird nachgearbeitet

Die technische Bauleitung wird von der Enso verantwortet, sagt Sascha Hache,  Pressesprecher der Stadtverwaltung. Zusätzlich nehme das Bauamt der Stadt die Oberflächen der wiederhergestellten Straßen- und Gehwegflächen ab und führe  punktuell auch Baustellenkontrollen durch. "Entsprechende technische Qualitätsnachweise werden durch die Stadt abverlangt."  

Hin und wieder gebe es Kritikpunkte. "Die meisten konnten nachgearbeitet werden und werden auf kurzem Dienstweg  geklärt", sagt Sascha Hache.  

Dazu gehört aktuell der Amselweg durch den Stadtwald nach Kynitzsch. Die Stadt hatte diesen Weg, den Ausflügler gern nutzen,  im Jahr 2013 für die Forstwirtschaft ausbauen lassen. Nach dem Breitbandausbau ist er eine Huckelpiste.  Sascha Hache: "Mit der Enso ist bereits besprochen, dass hier nachgearbeitet werden soll. Nach Aussage der Bauleitung soll dies nach der Prüfung der verlegten Rohre und dem Einblasen der Kabel geschehen, damit man sichergehen kann, dass nicht örtlich an Fehlerstellen noch einmal aufgegraben wird." 

Die Baustelle ist laut Enso noch nicht abgeschlossen. Deswegen sei der Weg noch gesperrt. Die Arbeiten sollen in den nächsten Wochen erledigt werden. 

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