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Entwicklungskonzept für Ottendorf

Seit Jahren wird in der Gemeinde ein Strategiepapier zur Zukunft des Ortes gefordert. Jetzt gibt es eine weitere Fürsprecherin.

© Thorsten Eckert

Von Sebastian Kositz

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Die Debatte um die Notwendigkeit eines Entwicklungskonzeptes für die Großgemeinde in Ottendorf-Okrilla nimmt zunehmend Fahrt auf. Nachdem jüngst die Urheber eines entsprechenden Gemeinderatsantrages für ein Strategiepapier zur Zukunft der Gemeinde aus dem Jahr 2011 einmal mehr auf dessen Notwendigkeit hingewiesen hatten, schaltet sich nun auch die Ottendorfer Ortsvorsteherin Andrea Ohm in die Diskussion (CDU) ein – und spricht sich ebenso für diesen Vorstoß aus.

„Die Gemeinde braucht dringend ein Ortsentwicklungskonzept, welches natürlich alle Ortsteile einschließt“, erklärt Andrea Ohm. Bereits im September 2011 hatten acht Gemeinderäte verschiedener Parteien und aus unterschiedlichen Ortschaften ein entsprechendes Konzept zur Zukunft des Ortes mit ihrem Antrag eingefordert. Der Antrag wurde kurze Zeit später sogar vom Gemeinderat angenommen, doch passiert ist bislang nichts. Die Idee sah vor, dass sich Vertreter der Verwaltung, des Rates und aus den Ortschaften sowie externe Fachleute in einzelnen Gruppen zusammenfinden und dort Ziele und Lösungen für die großen Herausforderungen in der Gemeinde und daraus entsprechende Leitlinien für das künftige Handeln in Ottendorf-Okrilla erarbeiten. Die einmal festgezurrte Strategie hätte zugleich auch als Maßstab gelten können, um unnötige Debatten um das Für und Wider einzelner Vorhaben von vornherein kleinzuhalten.

Vor dem Hintergrund der fehlenden Gestaltungsgrundsätze im Ort und dem leidlichen Gezerre um Großvorhaben wie etwa der Turnhalle, dem Waldkindergarten oder dem Grundschulanbau hatte Medingens Ortsvorsteher René Edelmann (Die Linke) auf ein „planloses Umsichgehaue“ verwiesen, das sehr oft das Handeln in der Gemeinde bestimme. „Ich kann dabei nur Herrn Edelmann unterstützen“, sagt Andrea Ohm, die zugleich Bürgermeister Michael Langwald (parteilos) kritisiert.

Der Rathauschef sieht eigenen Worten zufolge die Idee eines Entwicklungskonzeptes zwar grundsätzlich positiv. Doch weil Geld und personelle Ressourcen im Rathaus knapp sind, hatte Michael Langwald dem erneuten Vorstoß erst einmal eine Absage erteilt. Zudem hegt der Bürgermeister Zweifel am Sinn eines solchen Konzeptes in Ottendorf-Okrilla. Die Politik richte sich in der Gemeinde nach dem Tagesgeschäft, Entscheidungen würden oft nach danach getroffen, welche Chancen sich gerade durch entsprechende Förderprogramme auftun. Dabei gehe es nicht immer zwangsläufig um festgelegte Prioritäten.

Konzept könnte mehr Geld bringen

Doch Andrea Ohm hält diese Bedenken für unbegründet. „Solch ein Konzept ist wie ein roter Faden, wo die Entwicklung in den nächsten fünf, zehn oder 20 Jahren hingehen soll. Und selbstverständlich kann man von diesem roten Faden auch mal abweichen“, erklärt Andrea Ohm.

Auch das vom Verwaltungschef Michael Langwald vorgetragene Kostenargument greift nach Ansicht von Ottendorfs Ortsvorsteherin nicht. „Ich bin mir sicher, dass der Gemeinderat freiwillig aufgrund von Kürzungen anderer Positionen hier zwischen 50 000 und 100 000 Euro lockermachen wird“, sagt Andrea Ohm, die auf die mittel- und langfristigen Nutzen eines solchen Konzepts auch in finanzieller Hinsicht für die Gemeinde aufmerksam macht. „Ich muss darauf hinweisen, dass vom Vorhandensein eines solchen Konzeptes auch viele Fördermittel abhängen. So gibt es spezielle Förderung für Stadtentwicklung etwa nur, wenn ein Ortsentwicklungskonzept vorliegt. Im Umkehrschluss heißt das Fehlen eines solchen Konzeptes, dass die Gemeinde Geld verschenkt und notwendige Projekte weiter verschläft“, erklärt Ortsvorsteherin Andrea Ohm.

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