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Bremst neue Abfahrt Verkehr in die Stadt aus?

Die Anschlussstelle der A 13 soll neu gebaut werden. Dabei wird auch ein Stück der S 177 verlegt. Aber nicht alle Einwände der Stadt wurden berücksichtigt.

Dieser Damm samt Straße wird zurückgebaut. Die S 177 wird künftig weiter links zur Brücke über die Autobahn führen, damit die neue Auffahrt in Richtung Berlin angebunden werden kann.
Dieser Damm samt Straße wird zurückgebaut. Die S 177 wird künftig weiter links zur Brücke über die Autobahn führen, damit die neue Auffahrt in Richtung Berlin angebunden werden kann. © Arvid Müller

Radeburg. Die derzeitige Gestaltung der Autobahnanschlussstelle in Radeburg ist alles andere als optimal. Denn nicht zuletzt mit der Entwicklung des Gewerbegebiets Radeburg-Süd, in dem sich gleich mehrere Logistikunternehmen befinden, und dem Bau des ersten Abschnitts der Ortsumgehung, haben sich die Verkehrsbedingungen stark verändert. Das Hauptproblem besteht darin, dass der Autobahnzugang über die innerörtliche Hauptstraße und damit durch das Stadtzentrum erfolgt. Zumindest, was die Pkw betrifft.

Doch auch für den Schwerverkehr, der über die Ortsumfahrung rollt, ist die Situation nicht optimal. Denn der wird über einen Umweg an die Auffahrt herangeführt. Mit der Verlegung der beiden Rampen soll der Durchgangsverkehr um etwa ein Drittel verringert werden. Die Belegung der durch das Gewerbegebiet führenden S 177 wird sich dagegen verdoppeln.

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Vorplanungen für eine Neugestaltung der Autobahnabfahrten gab es schon 2007. An der damals bereits vorgestellten grundlegenden Lösung, die beiden Rampen gewissermaßen in Richtung Süden umzuklappen und an die S 177 anzubinden, hat sich nichts geändert. Vor knapp zwei Jahren hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) bei der Landesdirektion den Antrag auf Planfeststellung gestellt. Bevor die Planungen öffentlich ausgelegt wurden, stellte das Lasuv diese im September des gleichen Jahres bereits beim ersten Radeburger Unternehmerstammtisch vor.

Der derzeit bestehende Abschnitt der S 177 zwischen der Radeberger Straße und der noch relativ neuen Brücke über die Autobahn wird nahezu komplett verlegt. Gleiches gilt auch für ein Stück der Radeberger Straße in Richtung Großdittmannsdorf. Knapp ein Kilometer Straße entstehen so neu. Um die neue Rampe westlich der Autobahn anbinden zu können muss dort auch parallel zur Autobahn eine neue Brücke gebaut werden. Die alten Abfahrten sollen zurückgebaut und die an der Fahrbahn in Richtung Dresden dabei zu einem Radweg ins Gewerbegebiet umgestaltet werden.

Die Stadt hatte im Rahmen der Anhörung zu den Plänen unter anderem gefordert, dass dieser Weg auch beleuchtet werden müsse. Dieser Einwand wurde berücksichtigt. Ebenso wurde ein aus Sicht der Stadt nicht benötigter Fußweg aus den Plänen gestrichen. In einem anderen, aus Sicht der Verwaltung und des Stadtrats wichtigen Punkt, konnte sich Radeburg allerdings nicht durchsetzen. Dieser Einwand betraf die künftige Zufahrt aus Richtung Großdittmannsdorf in die Stadt.

Derzeit führt die Radeberger Straße als Hauptstraße gerade in die Stadt hinein. Künftig soll sie dann als zur Ortsstraße heruntergestufte Verbindung von der neu gebauten S 177 abzweigen. Eine Lichtsignalanlage wird es dort nicht geben. Dafür aber an der ein Stück hinter dem Abzweig gelegenen Auffahrt in Richtung Berlin.

Auch die andere neue Rampe, die in Richtung Dresden, bekommt eine Ampel. So soll verhindert werden, dass sich bei starkem Verkehr dieser auf die Autobahn zurückstaut.

In Radeburg gibt es allerdings Befürchtungen, dass so der Verkehr aus Richtung Großdittmannsdorf ins Zentrum behindert werden könnte. Eine zusätzliche Rechtsabbiegerspur würde das Problem verringern. Dieser Vorschlag wurde abgelehnt.

„Hauptziel der geplanten Baumaßnahme ist die Verlagerung von Verkehr aus der Innenstadt“, sagt Lasuv-Sprecherin Nicole Wernicke auf Nachfrage der SZ. „Diesem Ziel folgend, soll die derzeit noch genau ins Stadtzentrum führende Anschlussstellenzufahrt Radeberger Straße gerade nicht mit einer besonders hohen Leistungsfähigkeit hinsichtlich Querschnitt und Verknüpfung mit der S 177 ausgestattet werden.“ So soll vermieden werden, dass sie von Autofahrern als attraktive Parallelstrecke angesehen wird.

Kreisverkehre kommen als Alternative für die Lichtsignalanlagen übrigens nicht infrage, da sie keine Steuerungsmöglichkeit für den Verkehrsfluss bieten.