merken
PLUS

Brennende Papierkörbe

40 Arbeitsstunden muss ein Zeitungsausträger aus Burgstädt leisten. Er zündelte mit übrig gebliebenen Zeitungen.

Von Helene Krause

Mutter und Sohn standen nicht das erste Mal vor Gericht. Erst im Oktober 2013 war die 60-Jährige, die in Burgstädt wohnt, wegen Diebstahls und Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 950 Euro verurteilt worden. Der Sohn, der in Rochlitz lebt, hat gleich mehrere Einträge im Bundeszentralregister stehen, die meisten wegen Körperverletzung. Weil er alkoholkrank ist und eine geistige Behinderung hat, ist er EU-Rentner und er hat eine Betreuerin.

TOP Reisen
TOP Reisen
TOP Reisen

Auf ins Weite, ab in die Erholung! Unsere Top Reisen der Woche auf sächsische.de!

Vorgeworfen wurde den Angeklagten, im Zeitraum im Juni und 2013 in Burgstädt insgesamt siebenmal Zeitungen in Papierkörbe geworfen und diese angezündet zu haben. Die Plastikeinsätze der Steinpapierkörbe verbrannten vollständig. Der Stadt entstand ein Sachschaden von fast 210 Euro. Ein weiteres Mal wurde die Tat rechtzeitig entdeckt und das Feuer gelöscht. Die arbeitslose Angeklagte trug in Burgstädt den Wochenspiegel aus. Dabei half der Sohn. Zwanzig Zeitungen blieben übrig. Statt die Blätter in eine Papiertonne zu werfen oder zum Altstoffhandel zu bringen, beschloss der Sohn, die Zeitungen in den Papierkörben zu entsorgen und sie anzuzünden. „Ich hab gesagt, er soll das nicht machen“, erklärte die Angeklagte vor Gericht. „Aber er hörte nicht auf mich.“ Bei den Taten will sie nur dabeigesessen haben.

Eine Angestellte, des Bauhofs von Burgstädt beobachtete den achten Brand und verhinderte ihn. „Ich war beim Rasenmähen und sah die Angeklagten an dem Papierkorb stehen. Kurz darauf stieg Rauch auf. Ich rannte hin und löschte den Brand.“ Die beiden Beschuldigten erkannte sie im Gerichtssaal als diejenigen wieder, die den achten Brand legten. „Sie rauchten beide“, sagte sie vor Gericht. „Bestimmt ist eine Kippe in den Papierkorb gefallen.“

Weil die Angeklagte nicht zündelte, wurde das Verfahren eingestellt. Das Verfahren gegen den Sohn, der zur Tatzeit unter Bewährung stand, wurde gegen Auflage ebenfalls eingestellt. Binnen zweier Monate muss er 40 Stunden gemeinnützige Arbeit beim städtischen Bauhof Burgstädt leisten. Sollte er der Auflage nicht nachkommen, drohen ihm sechs Monate Haft. Außerdem muss er zur Suchttherapie.