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Brennholz zum Schnäppchenpreis

Stürme, Borkenkäfer, Hitzesommer: Das Schadholz muss aus dem Landeswald. Auch das Fischbacher Revier ist betroffen.

Revierförster Michael Blaß mit Bundeswehrsoldat Tobias Sperling: In diesem Sommer unterstützten Soldaten Waldarbeiter im Kampf gegen den Borkenkäfer.
Revierförster Michael Blaß mit Bundeswehrsoldat Tobias Sperling: In diesem Sommer unterstützten Soldaten Waldarbeiter im Kampf gegen den Borkenkäfer. © René Plaul

Schon bereit für den Winter? Ist ja meist so, dass nach den ersten kühleren Tagen auch hier in der Region etlichen Hausbesitzern einfällt, dass es ja nicht schlecht wäre, sich recht bald für die kommenden Monate noch mit genügend Holz einzudecken. Vorausgesetzt man hat einen Ofen oder einen Kamin..

Denn die Gelegenheit, sehr preiswert an Brennholz zu kommen, sie ist in diesen Tagen im Radeberger Umland so günstig wie lange nicht mehr. Der Grund: Erst haben im vergangenen Jahr Winterstürme Tannen und Fichten umgeweht, dann kamen in diesem Sommer Hitze und Dürre und boten so ideale Voraussetzungen für den Borkenkäfer. Da mussten auch im Landeswald des Sachsenforstes zahlreiche geschädigte Bäume geschlagen werden. So viele wie lange nicht mehr. Es wurden im gesamten Forstbezirk Neustadt bis September 2019 knapp 130.000 Kubikmeter Schadholz geschlagen.

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„In einem solch umfassenden Rahmen haben wir bisher noch nie so viel Holz geschlagen und zum Verkauf ausgeschrieben“, beschreibt es Kerstin Rödiger, Öffentlichkeitsmitarbeiterin im Staatsbetrieb Sachsenforst. Die Borkenkäferplage sei ja in diesem Jahr besonders schlimm gewesen, so Rödiger weiter. Die Folge: Das gefällte Schadholz muss nun „unbedingt aus dem Wald heraus“. Um die 60.000 Kubikmeter „Käferholz“ haben die Forstleute in den zurückliegenden Monaten im Landeswald des Sachsenforstes des Forstbezirkes Neustadt geschlagen. Auch im Fischbacher Forstrevier habe in diesem Sommer der Borkenkäfer seine Spuren hinterlassen, erklärt das Revierförster Michael Blaß. Doch im Vergleich zu anderen Revieren des Neustädter Forstbezirkes habe er nicht so einen hohen Fichtenbestand. Und vor allem diese waren es, die im Fokus der Borkenkäferplage stand. Blaß‘ Revier ist ein „gut strukturierter Mischwald“, wie er sagt. Viele Buchen und Eichen, eine Menge Waldtannen. Fichten machten in seinem Revier nur rund 20 Prozent des Baumbestandes aus. Dort, wo der Borkenkäfer sich über die Bäume hermachte, sind nun Kahlflächen. „Da mag man als Forstwirt eigentlich gar nicht mehr hinsehen“, so Blaß weiter. Schließlich gehöre es ja zu seiner Arbeit, den Wald zu gestalten. Aber nicht nur der Borkenkäfer macht den Wäldern in der Region mächtig zu schaffen, auch Hitze und Dürre sowie auch Stürme, die von Jahr zu Jahr heftiger ausfallen. Stichwort Bruchholz. Um Gefährdungen auszuschließen, mussten daher auch sturmgeschädigte Bäume gefällt werden. Im Fischbacher Revier, darauf weist Michael Blaß hin, stünden derzeit rund 1.000 Raummeter an Brennholz zum Verkauf. Und das zu Preisen, die wahren Schnäppchencharakter haben. Musste man noch vor einigen Jahren für Holz aus den hiesigen Revieren zwischen 30 und 40 Euro pro Raummeter berappen, bezahlt man für das Holz des sächsischen Landeswaldes in diesem Jahr gerade mal zwischen zehn und elf Euro je Raummeter. Michael Blaß ist sicher, dass in den kommenden Tagen sein Telefon recht häufig klingeln wird. Denn bei diesem Preis dürften sich bestimmt zahlreiche Menschen auf den Weg in die Forstreviere machen, um sich mit dem preiswerten Brennholz einzudecken. Gute Zeiten für diejenigen, die mit Holz heizen.

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Und wie wird es im kommenden Jahr in seinem Forstrevier aussehen? Wird es wieder eine Borkenkäferplage geben? Forstwirt Michael Blaß mag da keine Prognosen abgeben. Das sei ganz schwer zu sagen, meint er. Und kommt damit auf ein Thema, das natürlich insbesondere die Forstleute Tag und Nacht beschäftigt: das Klima respektive den Klimawandel. „Angesichts der zunehmenden Wetterkapriolen kann man nicht so recht einschätzen, wie es im Wald im nächsten Jahr aussehen wird“. so Blaß. Der Borkenkäfer jedenfalls wird im Herbst keine lebenden Fichten mehr befallen. Sondern zum Großteil im Boden überwintern. Heißt: Da könnte die Zeitbombe für das nächste Frühjahr ticken.

So viel kostet das Holz

Bis Ende September 2019 wurden im Landeswald des Forstbezirkes Neustadt knapp 130.000 Kubikmeter Schadholz (davon 70.000 Kubikmeter Wurf- und Bruchholz und 60.000 Borkenkäferholz) aufgearbeitet.

Im Forstbezirk Neustadt kostet das Holz zwischen 10,70 und 11,90 Euro pro Raummeter. Der Preis ist bis zum 31. Januar 2020 befristet.

Das Holz liegt auf Stapeln, sogenannten Poltern, am Waldweg und kann dort abgeholt werden.

Kontakt: Revierförster Michael Blaß (Forstrevier Fischbach, Kirchstraße. 11, Arnsdorf, OT Fischbach) 035200 29418

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