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Briefe an die Redaktion

Zu „Glück gehabt, altes Haus“in der SZ vom 12. Februar: Das ursprünglich begrüßenswerte klare Anliegen der Stadt, das Elbpanorama durch den Abriss des hässlichen Plattenbau-Hotels „Am Terrassenufer“...

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© steffen füssel, steffen fuessel

Zu „Glück gehabt, altes Haus“
in der SZ vom 12. Februar:

Eine peinliche Schlappevor Gericht

Das ursprünglich begrüßenswerte klare Anliegen der Stadt, das Elbpanorama durch den Abriss des hässlichen Plattenbau-Hotels „Am Terrassenufer“ städtebaulich zu korrigieren, endet also vorläufig nach einer jahrelangen Posse aus formaljuristischen Gründen mit einer peinlichen Schlappe vor Gericht. In einem früheren Artikel der SZ wurde dieser Plattenbau mit seiner Fliesenfassade von einem Architekten ja sogar als herausragendes Beispiel für die Architektur der Moderne bezeichnet. Wenn das tatsächlich so wäre, wieso ist dann jetzt geplant, das Äußere des Gebäudes zu „modernisieren“ und es damit „besser und harmonischer in die Umgebung einzufügen“? Es ist zu befürchten, dass die Situation durch diese Maßnahmen eher noch verschlimmert wird.

Manfred Heinrich, Großzschachwitz

Der Versuchmusste scheitern

Rein optisch halte ich das Hotel nach wie vor für mehr als störend. Andererseits ist das Hotel auch ein Beispiel, was die DDR seinerzeit unter einer modernen und ansprechenden Architektur verstand, und dass sie bewusst dem Anblick auf das barocke Dresden einen anderen Akzent geben wollte. Außerdem ist der Plattenbau auch ein Beispiel, mit welcher Hast und Kurzsichtigkeit die Treuhand nicht nur dieses Objekt an einen Investor loswerden wollte, und es dabei versäumte, in den Vertrag über das Hotel eine Abrissklausel zugunsten der Stadt einzufügen. Der Versuch der Stadt, dies nachträglich noch zu ändern, musste juristisch scheitern. Der Plattenbau ist daher nicht nur ein Beispiel für die DDR-Architektur, sondern auch sonst in vielerlei Hinsicht geschichtsträchtig. Er sollte – so wie es ist – unter Denkmalschutz gestellt werden, um jede künftige bauliche Veränderung zu verhindern.

Bruno Lischke, Dresden

Zu „Vom Kulturpalast bleibt nur ein Betonskelett“
in der SZ vom 5. Februar:

Das Innenleben gibtman zum Abschuss frei

Angesichts dieser schlimmen Bilder von unserem „Kulti“ blutet einem als Dresdner das Herz. Ein Segen, dass Herr Wolfgang Hänsch diese nicht mehr sehen muss, spätestens da wäre ihm sicher das Herz gebrochen! Das ist für mich ein bautechnisches Verbrechen, was hier mit diesem Multifunktionssaal und dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude gemacht wird.

Man „schützt“ die äußere Hülle, und das Innenleben gibt man zum Abschuss frei. Nur weil die Politiker das so haben wollen. Da wird eben einfach mal das Gesetz ausgehebelt. Erinnert mich stark an die Diktatur des Proletariats, als der damals regierende Walter Ulbricht in Dresden und Leipzig einfach Kirchen wegsprengen ließ, weil es ihm gerade so in den Kram passte.

Ulrike Haase, Dresden

Über die Berichterstattung zum 13. Februar:

Mit dem Gedenkenhat das nichts zu tun

Da die Nazis ihre Demonstrationen für den 13. Februar komplett abgesagt haben, wäre es auch an der Zeit, alle anderen Demonstrationszüge abzusagen. Das wäre endlich mal ein Zeichen für einen ruhigen und besinnlichen 13. Februar.

Es ist beschämend, wie dieser Tag seit Jahren genutzt wird, um Krawalle und Auseinandersetzungen verschiedener Gruppierungen, die dazu aus der ganzen Republik anreisen, zu missbrauchen. Mit dem Erinnern an die fürchterliche Zeit des Angriffs und die Entbehrungen in der Folgezeit, an all das Leid der Betroffenen hat das nichts zu tun. Christine Müller, Blasewitz

Mehr Mutzum zivilen Ungehorsam

Seit vielen Jahren verfolge ich nun schon aktiv den 13. Februar in Dresden. Anfangs im stillen Gedenken, dann im zivilen Ungehorsam gegen rechte Ideologie und im Kreise vieler, die symbolisch mit einer Menschenkette unsere Stadt schützen wollen. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass dieser Tag nie vergessen wird. Dass noch mehr Menschen in die Stadt kommen und die Menschenkette eines Tages so lang ist, um nicht nur unser Stadtzentrum, sondern ganz Dresden zu schützen. Auch wünsche ich mir mehr Mut zum zivilen Ungehorsam, wenn es notwendig ist. Wir sind in der Pflicht nicht nur an gestern und heute zu denken, sondern mit unserem Handeln auch das Morgen zu bestimmen.

Katrin Hofmann, Dresden

Als Dresdner fühlt man sichwie im Ausnahmezustand

Es sollte ein stiller Tag für Dresden und seine Gäste sein. Warum gibt es für diese „Gedenktage“ keine Sondergenehmigung für ein gesamtes Demonstrationsverbot an so einem Tag? Junge Menschen nennen sich „Nazis“. Haben sie den Krieg erlebt?

Wenn ja, können Sie nachts schlafen und bekommen sie die Bilder von der Bombennacht aus dem Kopf? Als Dresdner fühlt man sich wie im Ausnahmezustand. Es ist Angst! Doch es gibt auch Mutige, die sich zur Gegenwehr einsetzen, und es werden immer mehr.Katrin Gehre, Dresden