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Briefträger sind keine Treppensteiger

Postzusteller waren noch Ende der 1950er Jahre in den Städten vor allem Treppensteiger, denn die Briefkästen der Empfänger befanden sich in den größeren Mietshäusern in Görlitz, Reichenbach, Zittau, Löbau oder anderswo meist direkt an der Wohnungstür.

Postzusteller waren noch Ende der 1950er Jahre in den Städten vor allem Treppensteiger, denn die Briefkästen der Empfänger befanden sich in den größeren Mietshäusern in Görlitz, Reichenbach, Zittau, Löbau oder anderswo meist direkt an der Wohnungstür. Das kostete Kraft und Zeit, schließlich hatten die „Briefträger“, wie sie damals genannt wurden, ja auch noch Zeitungen auszutragen und neben dem Zeitungsgeld einmal im Monat die Rundfunkgebühren zu kassieren. Und bewohnt waren die größeren Häuser fast immer bis unter das Dach in die vierte Etage.

Die Deutsche Post sann auf neue Lösungen, um ihre Mitarbeiter zu entlasten und führte die Hausbriefkästen ein. Sie wurden im Erdgeschoss angebracht. Da die Beschaffung einer Vielzahl solcher einheitlicher Kästen Zeit in Anspruch nahm, bat beispielsweise das Hauptpostamt Görlitz darum, die Kästen „zum ungefähren Preis von 10 Mark je Haushalt“ vorzubestellen. Bis zum Eintreffen der neuen Behälter ersuchte die Post die Empfänger, ihre bisherigen Wohnungstür-Kästen „im untersten Stockwerk“ anzubringen.

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Überlegt wurde auch, wie die Zusteller von der monatlichen Rundfunkgebühren-Kassierung entlastet werden könnten. Man bat die Kunden, das Geld von nun an nur noch vierteljährlich beim Zusteller zu bezahlen. Ihr Einverständnis sollten die „einsichtsvollen Postkunden“ mit einer unterschriebenen Erklärung, abzugeben beim Zusteller, kundtun. (dD)