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Bringt ein Titel mehr Gäste an die Malter?

Noch tragen die Anliegerorte der Talsperre den offiziellen Status von Erholungsorten. Doch den gibt es nicht auf Dauer.

Von Regine Schlesinger

Seit 1998 dürfen sich Malter, Paulsdorf und Seifersdorf mit dem Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“ schmücken. Dieses Prädikat verleiht das sächsische Wirtschaftsministerium. Aber nicht für alle Zeit, nach Ablauf von zehn Jahren kann das Ministerium mal nachgucken, ob die Erholungsorte noch immer die staatliche Anerkennung als solche verdienen. Mit etwas Verspätung ist das jetzt so weit.

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Das macht Dippoldiswalde einiges Kopfzerbrechen. Denn es hat sich seit 1998 in den Orten manches verändert, was für die Verleihung des Prädikats eine Rolle spielt. Einiges zum Besseren, wie das größere Angebot an Einrichtungen. Dazu gehören die Eisoase oder der Kletterpark in Paulsdorf. Doch bereits 1998 wurde die Gemeinde Malter vom Wirtschaftsministerium aufgefordert, etwas dafür zu tun, dass Touristen im Ortsteil Malter einkaufen oder einkehren können. Das hat bis heute nicht so richtig funktioniert.

Doch es gibt eine Möglichkeit, wie die drei Orte das Prädikat trotzdem behalten können. Wie der Dippser OB Ralf Kerndt (Freie Wähler) informierte, sei der Stadt empfohlen worden, einen sogenannten Wiederholungsantrag für die drei Orte zu stellen und darin auf die Angebote zu verweisen, die Dippoldiswalde zu bieten hat. Der Titel könnte auch eine Rolle für den schon lange angemahnten Fuß- und Radwegbau um die Malter spielen.

Dem Hauptausschuss lagen daher zu seiner jüngsten Sitzung drei mögliche Vorschläge dazu vor, wie die Stadt mit dem Erholungsort-Prädikat für die Talsperrenanrainer weiter verfahren könnte. Vorschlag eins besagt, den Antrag nur für die Talsperrenorte zu stellen. Vorschlag zwei sieht vor, auch Dippoldiswalde selbst mit einzubeziehen und Vorschlag drei, auf die weitere Prädikatisierung zu verzichten.

Nur der letzte der drei Vorschläge wäre zum Nulltarif umzusetzen, die anderen beiden Möglichkeiten würden das Stadtsäckel mit jeweils rund 20 000 Euro belasten, weil für den Antrag verschiedene Gutachten erstellt werden müssen, Angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt rät Kämmerin Astrid Hamann daher davon ab. Doch die Stadträte im Hauptausschuss sahen das anders. Stadtrat Günter Geißler (CDU) begründete seine Befürwortung einer weiteren Prädikatisierung mit der Hoffnung, dass der Titel Erholungsort mehr Gäste an die Talsperre Malter einlädt und damit das Geld wieder reinkommt.

Der Ausschuss konnte sich letztlich nicht zu einem Beschluss durchringen. Er wurde zurückgestellt, vor allem mit Blick darauf, dass Dipps noch keinen Haushaltsplan hat und offen ist, ob sich darin die für den Antrag benötigten 20 000 Euro noch unterbringen lassen. Mehr Klarheit könnte es am 11. Juni geben. Da soll der Entwurf des Etats im Stadtrat vorgestellt werden.