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Dresden

Die BRN feiert sich selbst

Zur 29. Auflage herrscht bei der Bunten Republik in der Neustadt an diesem Wochenende Ausnahmezustand. Da war sogar ein Regenguss willkommen. 

Reger Andrang bei der BRN: Hier feierten die Neustädter und tausende Gäste das bunte Stadtteilfest.
Reger Andrang bei der BRN: Hier feierten die Neustädter und tausende Gäste das bunte Stadtteilfest. © René Meinig

Wenn Micky Maus zu Death Metal Musik für Fotos posiert und ein Punk mit Iro in seine frisch gebackene Waffel beißt, dann ist wieder Bunte Republik Neustadt.

Von der Alaunstraße bis zur Kamenzer geht es an diesem Wochenende noch bunter zu als sonst. Die 29. Auflage des kultigen Stadtteilfestes lockt wieder Zehntausende in die Straßen, die mit goldenen Glitzerstreifen geschmückt sind.

Mehr als 80 Einzelveranstalter auf sieben thematisch abgegrenzten Inseln haben ihre mehr oder weniger kreativen Ideen angemeldet. An der einen Ecke gibt's originelle Spiele wie ein Wettrennen zwischen "Oma" und "Opa" durch eine Miniaturstadt aus Wellpappe und angetrieben von zwei Ergometern. Und an der nächsten Ecke nur billiges Dosenbier. 

Vor allem aber zählt: Spaß haben und tanzen. Während am Samstag bei Temperaturen über 30 Grad jede Abkühlung in Form von Wasserfontänen und Planschbecken willkommen war, startete der Sonntag eher leise mit einer Art kollektivem Kater. Das Wetter passte sich an und die Temperatur fiel, was für manchen nach einer durchzechten Nacht einem Geschenk des Himmels gleichkam.

Als die Regenwolken dann ab dem Mittag wieder Platz für die Sonne machten, wurde auch die Musik wieder lauter. Samba-Rhythmen schallten durch die Häuserzeilen. Die Bläsergruppe Blechwiese brachte die Besucher in der Louisenstraße mit "Moskau, Moskau" sogar zum Kasatschok-Tanzen.  Von Tango zu Techno sind es in diesen Stunden nur wenige Meter Fußmarsch - und auch der BRN-Nachwuchs wurde am Wochenende danke Firlefanz und Grete musikalisch bedacht.

Für die einen ist die BRN ein Festival der guten Laune, für die anderen ein großer Familienspielplatz und für manche auch eine einzige Saufmeile. Und dann gibt es noch die, die der alten politischen BRN aus den 90ern hinterhertrauern. Von diesen Zeiten zeugen heute nur noch ein paar Micky-Maus-Fahnen in den Fenstern - und eine vorübergehende Hausbesetzung an der Königsbrücker Straße 14 in der Nacht zum Samstag.

Anders als in früheren Jahren waren 2019 kaum Polizisten auf den Straßen zu sehen - obwohl mehr als 1.000 im Einsatz waren.  Die Polizei sprach von einer "friedlichen Veranstaltung".  Dennoch nahmen die Beamten bis Sonntagnachmittag  89 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten auf, darunter 43 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, elf Körperverletzungsdelikte, zwölf Diebstähle, vier Beleidigungen und vier "Widerstandshandlungen" gegen Vollstreckungsbeamte.

"Keine große Gewalt, eine riesengroße Party", freute sich Ulla Wacker aus dem BRN-Büro, in dem die Fäden zusammenlaufen. Noch bis Sonntagabend 21 Uhr sollte auf den Straßen des Szeneviertels gefeiert werden.

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