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Löbau

Bruder des Knochenbrechers muss in Haft

Zwei Tschechen haben einen Großschönauer ausgeraubt. Einer ist schon verurteilt. Der andere stand jetzt vor Gericht - und kam etwas besser davon.

Symbolbild
Symbolbild © David Ebener/dpa

Sechseinhalb Jahre Freiheitsstrafe für schweren Raub und gefährliche Körperverletzung: So lautete im April 2017 das Urteil gegen einen damals 43-jährigen Tschechen, der mit seinem Bruder einem Großschönauer das Fahrrad gewaltsam entriss und dem Opfer dabei die Mittelhand brach. Der Bruder allerdings erschien nicht vor Gericht. So folgte ein europäischer Haftbefehl gegen den heute 27-Jährigen, der schließlich gefasst und im März dieses Jahres nach Deutschland ausgeliefert werden konnte. Am Dienstag stand er vor dem Landgericht Görlitz.

Auch in dem jetzigen Verfahren sah das Gericht die Anklagevorwürfe bestätigt. Der Varnsdorfer hat demnach neben mehreren Diebstählen mit seinem rechtskräftig  verurteilten Bruder am 5. Juli 2015 dem Großschönauer in Varnsdorf dessen Fahrrad entrissen. Dieser konnte zwar zunächst davonfahren. Allerdings riefen die Brüder ein Taxi und verfolgten so den Radler bis nach Großschönau, wo sie ihn einholten. Damit er das Fahrrad losließ, hat der Bruder des jetzt Angeklagten die Finger des Opfers derart nach hinten gebogen, dass sie laut knackten. Der Großschönauer erlitt dabei einen Bruch des Mittelhandknochens. Der jüngere Bruder nahm das Fahrrad im Wert von etwa 150 Euro an sich und fuhr nach Tschechien.

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Der Angeklagte selbst bestätigte den Tatablauf nur teilweise und gab an, dass der Angeklagte Geld geschuldet hätte, sie das Fahrrad als Pfand wollten und er von der Körperverletzung seines Bruders nichts mitbekommen, er erst recht kein Knacken eines Knochens gehört habe. Gerade Letzteres nahm ihm das Gericht nicht ab und verurteilte ihn diesbezüglich als Mittäter. Die Strafe fällt mit einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten etwas geringer als bei seinem Bruder aus, weil die Tat schon eine geraume Zeit zurückliegt und vor allem, weil der Angeklagte das Opfer nicht verletzte. Die Auslieferungshaft in Tschechien und die Untersuchungshaft in Deutschland wird angerechnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.  

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