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Brücken und Steige im schlechten Zustand

Ein Teil des Schindergrabens in Hohnstein musste gesperrt werden. Bis Ostern will die Stadt aber notdürftig reparieren.

© Mike Jäger

Von Anja Weber

Hohnstein. In den Tiefen des Polenztales hält sich wacker der Schnee. Dennoch lockt es Wanderer hierher, wie das Ehepaar Mitzscherlich aus Dresden. „Wir lassen uns doch vom Wetter nicht unterkriegen und das Polenztal ist zu jeder Jahreszeit schön“, sagt Annemarie Mitzscherlich.

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Die beiden Rentner planten eigentlich, vom Polenztal aus in Richtung Hohnstein hinaufzusteigen. Doch schon an der ersten Brücke war Schluss. Die ist gesperrt. Holzbalken sollen verhindern, dass Wanderer über die Brücke kraxeln. Aber nicht nur die unterste Brücke im Polenztal ist dicht, sondern fast der ganze Schindergraben. Bereits Ende Dezember letzten Jahres sah sich die Stadtverwaltung Hohnstein nach einer Begehung zu diesem Schritt gezwungen.

Betroffen von der Sperrung ist der Abschnitt zwischen dem Bärengarten und dem Gasthaus Polenztal. Seitdem stehen überall entsprechende Schilder. Allerdings hält das offenbar nicht alle Wanderer davon ab, den beliebten Weg nach Hohnstein oder in die andere Richtung ins Polenztal zu nehmen. Sie umklettern offenbar die Absperrungen. Die Fußspuren im noch vorhandenen Schnee zeigen das. Die Stadtverwaltung warnt davor. Es ist zu gefährlich. Nicht umsonst wurde der Weg gesperrt. „Die Brücke neben der Gaststätte Polenztal sowie die vier anderen Steige sind alle aus Holz und in einem sehr schlechten Zustand. Deshalb sahen wir uns gezwungen, den Weg zu sperren“, sagt Bürgermeister Daniel Brade. Eine Umleitung gebe es über den Paul-Mai-Weg nach Hohnstein und dann in den Bärengarten.

Gautschgrotte ist erreichbar

Ebenfalls begehbar ist der Weg vom Bärengarten in Richtung Gautschgrotte, Steinbruch und dann weiter zum Brand. Die Stadt Hohnstein hat die erste Brücke neben dem Gasthaus sowie die Sanierung des Schindergrabens mit in das Hochwasserwiederaufbau-Programm aufgenommen. Und eigentlich sollte in diesem Frühjahr der Weg auch gebaut werden. Der schlechte Brückenzustand ist offenbar nicht mehr aufzuhalten. Aber die Hochwassermaßnahme sei noch nicht angelaufen, da die Genehmigung der Naturschutzbehörden noch ausstehe, so der Bürgermeister. Letztlich muss die Landesdirektion das Vorhaben absegnen.

Außerdem hat die Stadt auch noch keinen Fördermittelbescheid erhalten. „Ich denke, dass es in zwei Monaten dann soweit ist und wir den Bescheid erhalten“, sagt der Bürgermeister. Erst dann könne die Sanierung anlaufen. Der Schindergraben selbst ist Teil des Malerwegs und bei Wanderern überaus beliebt. Die Stadtverwaltung hat sich deshalb entschlossen, die Brücken und Steige bis zu Ostern zu reparieren, damit der Weg dann vorerst wieder freigegeben werden könne. Die Kosten dafür muss die Stadt selbst übernehmen. Wie es danach weitergeht und ab wann der Weg vielleicht wieder wegen der Bauarbeiten gesperrt werden muss, ist derzeit nicht bekannt.

Kosten für kleine Brücken werden ermittelt

Sicher ist dagegen schon die Variante, in welcher die neue Brücke am Gasthaus errichtet werden soll. Genau wie am Wanderweg im Sebnitztal hat sich die Stadtverwaltung für Kunststoff entschieden. Der ist stabil und in der Folge auch pflegeleicht. Ständige Reparaturen wie an den hölzernen Brücken entfallen damit. Die Kosten für die Sanierung der Brücken und die Instandsetzung des Weges belaufen sich auf etwa 87 000 Euro. Die seien auch so im Hochwasserplan mit drin. Die Kosten für die vier kleinen Steige werden derzeit im Bauamt ermittelt. Auch sie sollen künftig aus haltbarem Kunststoffmaterial angefertigt werden. Das Geld allerdings muss die Stadt selbst bezahlen, da diese nicht im Hochwasserplan mit verankert sind. Die Stahlträger an den vier Steigen sind in Ordnung, aber die Laufflächen und die Geländer sind durchgefault.

Die Sanierung des Schindergrabens sowie der Brücke im Polenztal sind aber nicht die einzigen Vorhaben aus dem Wiederaufbauplan Hochwasser, die in Hohnstein noch offen sind. So wird im Frühjahr der Teich in Zeschnig geschlämmt. Die Stadt hat bereits einer Firma den Zuschlag erteilt. Im ersten Halbjahr soll die Sanierung abgeschlossen werden. Damit kann der Teich dann wieder mehr Regenwasser aufnehmen. An der Schwarzbach in Lohsdorf müssen noch einige Böschungen saniert werden, vor allem in Richtung Krumhermsdorf. Damit kann in diesem Bereich auch der Hochwasserschutz verbessert werden. Hier wurden die Schäden erst später entdeckt. Das größte und teuerste Vorhaben wird allerdings die Sanierung und die teilweise Offenlegung des Dorfbaches von Ulbersdorf. Ein genauer Baubeginn steht noch nicht fest.