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Brückenbau an der Bastei

Für diesen Job muss man schwindelfrei sein. Höhenspezialisten sanieren gerade eine Seitenbrücke an der Basteiaussicht in der Sächsischen Schweiz.

Über dem Abgrund: Höhenspezialisten sanieren die Seitenbrücke zu einer Aussichtskanzel an der Bastei.
Über dem Abgrund: Höhenspezialisten sanieren die Seitenbrücke zu einer Aussichtskanzel an der Bastei. © Nationalpark/Martin Aulitzky

Hoch über dem Abgrund und unter den neugierigen Blicken Tausender Touristen hantieren Höhenarbeiter gerade an der Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz. In ihren Klettergurten hängend haben die Mitarbeiter einer Radebeuler Spezialfirma hier in  den vergangenen Tagen herausgebrochene Mauerfugen verfüllt und einigen Bewuchs entfernt, der dem weltberühmten Brückenbauwerk und den Sandsteinfelsen gefährlich werden könnte.

Komplett saniert wird dabei die kleine Seitenbrücke, die links von der 76 langen Hauptbrücke über die Schlucht hinüber auf eine Aussichtskanzel führt. Um die Stahlträger mit frischer Korrosionsschutzfarbe zu streichen, mussten die Höhenspezialisten die Holzbohlen der Brücke komplett herausnehmen. Sie werden durch neue Eichenbohlen ersetzt, sobald die Farbe trocken ist.

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Hier geht's abwärts: Die Stahlträger erhalten neuen Korrosionsschutz, die hölzernen Bohlen der Brücke werden ersetzt.
Hier geht's abwärts: Die Stahlträger erhalten neuen Korrosionsschutz, die hölzernen Bohlen der Brücke werden ersetzt. © Nationalpark/Martin Aulitzky

Die Basteibrücke könnte man durchaus als ersten Skywalk Deutschlands bezeichnen, meint Hanspeter Mayr vom Nationalpark Sächsische Schweiz, in dessen Auftrag die Arbeiten stattfinden. Denn die siebenbögige Steinbrücke über die Mardertelle genannte Felsschlucht wurde 1851 zu rein touristischen Zwecken errichtet. Zuvor existierte an dieser Stelle bereits eine hölzerne Brücke. Die touristische Erschließung des Aussichtspunkts begann spätestens Ende des 18. Jahrhunderts. 

Heute gilt die Bastei mit mehr als 1,5 Millionen Besuchern jährlich als die meistfrequentierte Sehenswürdigkeit in allen Nationalparks deutschlandweit. Für den Nationalpark Sächsische Schweiz ist die Instandhaltung der Wanderwege oder eben der Basteibrücke auch ein Mittel des Naturschutzes, erklärt Hanspeter Mayr: Intakte Wege werden seltener verlassen und tragen damit zum Erhalt geschützter Lebensräume für Tiere und Pflanzen bei. 

Insgesamt unterhält der Nationalpark rund 500 Kilometer Wanderwege und 80 Treppen und Stiegen die zusammen 5.000 Höhenmeter überwinden. Zuletzt wurden in den vergangen beiden Jahren die Aufstiege am Lilienstein saniert. Jährlich fließen im Schnitt 375.000 Euro in den Erhalt der touristischen Infrastruktur, zu der auch 110 Informationstafeln und 1.600 Wegweiser zählen.

Was die Bastei angeht, stehen noch ungleich größere Maßnahmen an. Im Frühjahr 2019 musste die zuvor schon gesperrte vordere Spitze der Aussichtsplattform zurückgebaut werden. Der Sandstein ist porös und nicht mehr ausreichend standsicher. Frühestens ab 2022 soll hier eine neue, über Felsspitze schwebende Betonkonstruktion entstehen. Zuvor muss der Fels allerdings aufwendig gesichert werden. Ein Geflecht aus Stahlpfählen und Nägeln soll den Sandstein im Inneren zusammenhalten, damit Besucher auch noch in einigen Jahrzehnten die spektakuläre Aussicht über das Elbtal genießen können. 

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