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Mehr Geld für Brunnendörfer

Die Bürger sollen beim Bau eines Trinkwasseranschlusses finanziell entlastet werden. Ist das die Wende bei einem langjährigen Disput?

Im alten Weißeritzkreis gibt es immer noch sieben Dörfer ohne Trinkwassernetz.
Im alten Weißeritzkreis gibt es immer noch sieben Dörfer ohne Trinkwassernetz. © dpa

In einen langjährigen Streit kommt jetzt Bewegung: Die Landesregierung plant, die Förderrichtlinie für Trinkwasseranschlüsse zu überarbeiten. Das bestätigte ein Sprecher des Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft. Demnach befinde sich die Richtlinie derzeit im Anhörungsverfahren. Anschließend werde sie dem sächsischen Kabinett zugeleitet. Sind die Änderungen beschlossen, können die Wasserversorger ihre Bauprojekte einreichen. 

Wie hoch die Fördersätze in Zukunft sein sollen, wollte der Sprecher nicht mitteilen. Er verwies darauf, dass sich die Angelegenheit noch in Arbeit befinde und Ergebnisse sowie Inhalte erst nach einem Beschluss veröffentlicht werden können. Derzeit beträgt die Förderung bis zu 65 Prozent. Allerdings müssen die Wasserversorger neben den Eigenmitteln auch noch die fällige Mehrwertsteuer aufbringen - und auf die Bürger umlegen. 

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Die sächsischen Wasserversorger, unter anderem auch die Wasserversorgung Weißeritzgruppe, drängen seit Jahren auf mehr Geld, um Brunnendörfer ans öffentliche Netz anzuschließen. Die Lage hat sich mit den drei trockenen Sommern 2018, 2019 und 2020 zugespitzt, weil viele Hausbrunnen kaum noch Wasser hergeben. Im Landkreis betrifft das die Klingenberger Ortsteile Röthenbach, Friedersdorf und Pretzschendorf, den Wilsdruffer Ortsteil Herzogswalde, die Glashütter Ortschaften Dittersbach und Johnsdorf sowie Teile von Schmiedeberg.

Der Bau einer Wasserversorgung ist in allen Orten seit Jahren im Gespräch, scheiterte aber auch an den Einwohnern selbst. Erst, wenn 80 Prozent der Dorfgemeinschaft ihre Zustimmung gibt, kann ein Bauprojekt verbindlich umgesetzt werden. Das sagte Frank Kukuczka, Geschäftsführer der Wasserversorgung Weißeritzgruppe, kürzlich auf der Versammlung des Trinkwasserzweckverbandes. In der Vergangenheit stimmten aber zu wenige Bürger einem Trinkwasseranschluss zu. Viele setzten auf ihre Hausbrunnen.

Die Stimmung könnte sich nun drehen, wenn mehr Fördermittel kommen und die Eigenanteile für die Bürger damit sinken. Einen Schritt weiter sind schon die Glashütter Ortsteile Dittersdorf und Johnsbach, bisher auch Brunnendörfer. Dort ist die Entscheidung für den Bau einer zentralen Versorgung bereits gefallen. Die Bauarbeiten sollen in Kürze ausgeschrieben werden und könnten im Herbst beginnen. Bis Ende 2021 sollen sie dann abgeschlossen sein. 

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Für alle anderen Brunnendörfer sucht der Trinkwasserzweckverband gemeinsam mit der Wasserversorgung Weißeritzgruppe weiter nach Lösungen. "Wir kämpfen um eine bezahlbare und akzeptable Lösung", sagte der Verbandsvorsitzende, der Freitaler Oberbürgermeister Uwe Rumberg.  (mit fh)  

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