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BSZ-Turnhalle vorerst kein Asyl

Die Flüchtlingskrise hat sich etwas entspannt. Das macht die Notunterkunft in Freital überflüssig – zumindest für eine gewisse Zeit.

© Katja Frohberg

Von Matthias Weigel

Freital/Dippoldiswalde. Die Belegung von Turnhallen als Asylunterkünfte im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist vorerst vom Tisch. Damit müssen auch die Freitaler Schüler und Sportler aktuell nicht um eine Nutzung der Turnhalle am Berufsschulzentrum (BSZ) fürchten. Noch im Dezember hatte der Landkreis die Belegung der Halle als Notunterkunft in Betracht gezogen. Am BSZ in Pirna-Copitz hatte das Landratsamt bereits im Mitte November die dortige Turnhalle in Beschlag genommen und 200 Asylbewerber einquartiert. Nun sollen auch hier schrittweise die Asylbewerber ausziehen und die Turnhalle bis April wieder für die reguläre Nutzung verfügbar sein.

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Dass sich die Lage nun etwas entspannt, liegt aber nicht nur daran, dass derzeit weniger Flüchtlinge kommen – statt einst prognostizierter 200 sind es aktuell je Woche lediglich 50 Neuankömmlinge. Vor allem die Stadt Pirna hat sich sehr um eine Alternative zur Turnhalle bemüht, um Schul- und Vereinssport wieder zu ermöglichen. Die Stadt stellt dem Kreis nun eine Fläche in einem Gewerbegebiet zu Verfügung. Dort soll eine Traglufthalle mit 300 Plätzen entstehen. Die Bedingungen dort sollen wesentlich besser sein als die in der Turnhalle. Es sind kleinteilige Wohneinheiten vorgesehen. Voraussetzung für den Plan ist aber, dass der Kreistag dem am Montag zustimmt.

Parallel wird momentan auch die mit Flüchtlingen belegte Jugendherberge in Copitz leer gezogen. Insgesamt 100 Personen leben seit November in der Einrichtung. Es sind vorwiegend Familien. Sie kommen vorwiegend in Wohnungen des Landkreises unter.

Dass der Kreis aktuell auf derlei Notunterkünfte verzichten kann, liegt nur daran, dass es dazu Alternativen gibt. Es ist ein Zeitfenster, dass man nutzt. Dass die Situation auch so bleibt, geht nicht von alleine: „Eins muss allen klar sein: Ein Abebben des Flüchtlingsstromes ist perspektivisch nicht erkennbar. Um nicht wieder eine Turnhalle zu belegen, müssen uns besonders die Kommunen weiter Unterkünfte bereitstellen“, so Landrat Michael Geisler (CDU).