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Buchpremiere in der Villa Weigang

Desertierte Nato-Soldaten fanden in Bautzen erste Zuflucht – ein weitgehend unbekanntes Kapitel.

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Dass Soldaten aus der DDR in den Westen flüchteten, weiß jeder. Dass Nato-Soldaten in die DDR überliefen, ist weitgehend unbekannt. Die „Villa Weigang“ in Bautzen wurde für viele von ihnen zur ersten Unterkunft. Sie war das Klubhaus der Organisation „Internationale Solidarität“, die sich um die Deserteure, aber auch um andere westliche Ausländer kümmerte, die in die DDR flüchteten oder übersiedelten.

Der Autor Peter Köpf widmet sich in seinem Buch „Wo ist Lieutenant Adkins? Das Schicksal desertierter Nato-Soldaten in der DDR“ diesem vergessenen Kapitel des Ost-West-Konflikts. Die Deserteure hatten verschiedene Gründe für ihre Flucht in den Osten. In der DDR angekommen, umwarb die Staatssicherheit die Übergelaufenen. Der Autor beleuchtet zehn Schicksale von Deserteuren, die die Stasi „Freunde“ nannte, aber wie Feinde behandelte.

Bei der Buchpremiere werden Verleger Christoph Links und Peter Köpf einige dieser Lebenswege nachzeichnen. Dabei wird auch auf die größtenteils unbekannte Geschichte einer der außergewöhnlichsten Jugendstilvillen Deutschlands zur Zeit des Kalten Krieges eingegangen. (SZ)

21. März, 19 Uhr, Anmeldung: 03591 40474