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Budenzauber in der Pirnaer Altstadt

Heute öffnet der Weihnachtsmarkt um das Rathaus. Wer jedoch den Handwerkermarkt sucht, wird kein Glück haben.

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Von Mareike Huisinga

Frau Holle war diesmal gnädig. Schon gestern schüttelte sie kräftig ihre Betten aus, sodass eine feine Schneeschicht die Buden auf dem Weihnachtsmarkt von Pirna in der Altstadt bedeckt.

Heute öffnet der Markt. Bis zum 23. Dezember lädt er zum Stöbern, Glühweintrinken und Bratapfelessen ein. Wer sich allerdings schon auf den Handwerkermarkt gefreut hat, wird enttäuscht. In diesem Jahr werden die Häuser nicht aufgebaut, in denen Handwerker ihre Gewerke präsentieren. In den vergangenen zwei Jahren hatten die Gäste des Marktes hier auch die Chance gehabt, sich selber einmal im Laubsägen oder Kerzenziehen auszuprobieren. „Wir hatten bei mehreren Handwerkern angefragt, aber keine verbindliche Zusage für den Weihnachtsmarkt bekommen. Für die Durchführung des Marktes benötigen wir jedoch eine Planungssicherheit“, erklärt Ronny Kürschner. Zusammen mit Michaela Thieme ist er für die Organisation des Pirnaer Weihnachtsmarktes verantwortlich. Übrigens zeichnete sich diese Tendenz schon im vergangenen Jahr ab. „Die Hütten waren zeitweise nicht besetzt“, sagt Thieme.

Beide Veranstalter betonen jedoch, dass den Besuchern ein umfangreiches Programm geboten wird. Dort, wo der Handwerkermarkt stand, werden jetzt Kutschfahrten durch die historische Altstadt angeboten. Höhepunkt ist sicherlich das Anschieben der Weihnachtspyramide morgen, 16Uhr, auf der Breiten Straße, mit anschließender Bergmannparade. Eine Woche später, am 8. Dezember, werden verschiedene Stollen von der Bäckerinnung Pirna geprüft. Die obersten Geschmacksrichter verkosten nur jeweils ein kleines Stückchen, den Rest der Stollen erhält die Pirnaer Tafel.

Die Händler der Innenstadt klinken sich in den Weihnachtsmarkt ein. Am 1. und 3. Adventssonntag öffnen sie ihre Geschäfte. Zahlreiche Unternehmer machen mit, betonen die Veranstalter.

Posaunenchor von oben

Für musikalischen Genuss von oben sorgen, wie üblich, die Turmbläser. An den vier Adventssonnabenden, jeweils um 18.15 Uhr, musiziert der Posaunenchor auf dem Turm der Stadtkirche St. Marien. „Wir sprechen uns auf jeden Fall mit der Kirche ab, sodass während dieser Zeit die Lautsprecher auf dem Markt ausgeschaltet werden“, verspricht Thieme.

Über 40 Händler aus Pirna und der Region bieten ihre Waren auf dem Weihnachtsmarkt an. Eine von ihnen ist Margitta Neubauer aus Dresden, die erzgebirgische Volkskunst verkauft. Auf ihren Verkaufstresen kuscheln Engel mit Nussknackern und Striezelmarktkindern. „Die Atmosphäre in Pirna auf dem Markt ist besonders schön“, stellt Neubauer fest. Kälte ist für sie übrigens kein Problem. Sie schwört auf ihre schaffellgefütterten Winterstiefel. Und wenn es arktisch werden sollte? „Dann trinke ich eben einen Glühwein.“ Genügend Auswahl wird sie haben.

Der Weihnachtsmarkt in Pirna hat Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 19 Uhr, Freitag und Sonnabend von 10 bis 21 Uhr geöffnet.

www.pirnaer-weihnachtsmarkt.de