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Bücher verleihen mit Tröpfchenschutz

Eine Dachdeckerfirma hat die Bibliothek mit Schutzwänden ausgestattet. Vielleicht wird bald wieder aufgemacht.

Pia Schoenfelder (r.) arbeitet am Empfangstresen jetzt hinter einer Acrylglaswand, die Eckhard (l.) und Sebastian Weimert (2.v.r.) in ihrem Betrieb hergestellt und an Kerstin Kleine von der Stadtbibliothek übergeben haben.
Pia Schoenfelder (r.) arbeitet am Empfangstresen jetzt hinter einer Acrylglaswand, die Eckhard (l.) und Sebastian Weimert (2.v.r.) in ihrem Betrieb hergestellt und an Kerstin Kleine von der Stadtbibliothek übergeben haben. © Norbert Millauer

Döbeln. Gerade beim Übergabetermin klingelt es draußen an der Stadtbibliothek. Durchs geöffnete Fenster wird ein Beutel mit Büchern an eine Leserin gereicht – das ist in Döbeln derzeit die gängige Methode, um an frische Literatur zu kommen. Seit Anfang der Woche gibt des den Bringe- und Abholdienst der Stadtbibliothek. 

Die Leser bestellen sich Bücher und andere Medien per Telefon oder Internet und holen sie am Fenster ab. Etwa 20 bis 25 Leute pro Tag nutzen das Angebot, sagte Kirstin Kleine, Chefin der Bibliothek. Die Bücher kommen vier Tage in „Quarantäne“, bis etwaige Viren abgestorben sind, und werden erst dann wieder in die Regale zurückgestellt.

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Möglicherweise wird die Bibliothek übernächste Woche aber wieder regulär öffnen können. „Wir sind optimistisch, dass das geht. Die Zahlen in Mittelsachsen sehen gut aus. Es gab in den letzten Tagen keine Neuinfektionen“, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU). 

Eine Voraussetzung für die Wiedereröffnung steht jetzt am Empfangstresen der Bibliothek. Die Dachdeckerfirma Weimert aus Döbeln hat zwei Tröpfchenschutzwände aus Acryl hergestellt. „Wir haben ein Bearbeitungszentrum für Fassadenteile. So etwas machen wir nebenbei. Das läuft bei uns unter Konsumgüterproduktion“, sagte Eckhard Weimert und erntete dafür Lacher.

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Die Dachdecker merken die Corona-Krise noch nicht, aber Eckhard Weimert rechnet mit einem Einbruch. „Beim Auftragseingang sehr ruhig. Ab dem Sommer wird es auch die Baubranche treffen.“

Die Mitarbeiter der Döbelner Stadtbibliothek sind auf Kurzarbeit und arbeiten nur die halbe Zeit. „Wir nutzen sie, um das zu machen, was wir schon immer machen wollten“, sagte Kerstin Kleine. Zum Beispiel soll die Bibliothek umgestaltet und gemütlicher eingerichtet werden, damit die Besucher länger bleiben. Für den Jugendbereich wird ein Schallschutzsofa mit Steckdose fürs Handy angeschafft. „Das gehört heute dazu“, so Kleine.

In Corona-Zeiten ist langer Aufenthalt aber nicht erwünscht. „Wir haben alles, was gemütlich macht, weggeräumt“, so die Leiterin. Falls die Bibliothek wieder aufmachen kann, wird die Annahme und Ausgabe von Medien räumlich getrennt erfolgen. Mit Körben wird die Anzahl der Besucher reguliert. „Die können wir auch leicht desinfizieren“, so die Leiterin.

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