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Bücken für die roten Früchte

Die Erdbeersaisonist eröffnet: In den kommenden Wochenwird geerntet. Werselber pflückt, spartdabei bares Geld.

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Von Stefan Brieger

Kein bisschen zu früh kam der Regen über den Mai und die Felder des Weißeritzkreises. Die Befürchtung, der dürre Frühling könnte die Ernten vermiesen, wurde zerschlagen. Und die Bauern freuen sich: Auf den Feldern sieht es bunt und frisch aus. Dominierende Farbe ist momentan Rot: Die Erdbeersaison hat begonnen.

Ernte beginnt früher als sonst

Armin Franke von der Agrargenossenschaft Dresdner Vorland ist sogar froh über die Wetterkapriolen. Erst Hitze, dann Regen – die Erdbeersaison kann dieses Jahr früher starten als sonst. „Eigentlich wollten wir erst Mitte Juni anfangen, jetzt haben wir schon seit Dienstag geöffnet“, sagt er.

Und das fast rund um die Uhr: An jedem Wochentag können die roten Früchtchen auf den Feldern in Freital und Oberwartha gepflückt werden. Auch die Konkurrenz hat täglich geöffnet (siehe Kasten). Wie lange, liegt in den Händen der Kundschaft. „Wir schätzen, dass die Saison etwa fünf Wochen dauert. Wenn allerdings schon vorher alles abgeerntet ist, müssen wir auch eher schließen“, sagt Franke, der insgesamt sechs Hektar Anbaufläche beaufsichtigt. Damit die Erdbeeren im Laufe der Zeit an Qualität nichts einbüßen, hat die Grumbacher Firma drei verschiedene Sorten in die Erde gesetzt: Elsanta, Darselect und Honeoye. Die Reifezeit ist dabei unterschiedlich, der Ernteverlauf wird so verlängert, wie es in der Bauernsprache heißt.

Seit diesem Jahr hat die Agrargenossenschaft einen Konkurrenten auf eigenem Territorium bekommen. Direkt neben der S36 zwischen Wilsdruff und Kesselsdorf hat sich rechterhand ein zwei Hektar großes Erdbeerfeld breit gemacht.

Inhaber ist die Firma Brummer aus Oschatz, bisher vor allem vom Spargelsektor bekannt. Täglich von 8 bis 19Uhr kann hier zum Kilopreis von 2,40 Euro gepflückt werden, bereits fertig gefüllte Körbchen kosten 1,20Euro mehr. Nachteil: Aus Richtung Kesselsdorf gibt es keine Möglichkeit, das Feld anzusteuern. Eine doppelte Sperrlinie trennt Autofahrer und Erdbeeren.

Hagel quetscht Pflanzen

Auf dem Jochhöh im Freitaler Ortsteil Pesterwitz kann man schon seit Jahren im Frühsommer die roten Früchte pflücken. Der hitzige Frühling habe daran nichts ändern können, erklärt Lars Folde, Chef des Pesterwitzer Gutes: „Am Anfang war es sicherlich etwas zu warm. Aber der Regen im Mai kam genau richtig.“ Nur die Unwetter der Pfingsttage hätten der Ernte geschadet. „Das war dann etwas zu heftig. Der Starkregen und der Hagel haben einige Pflanzen weggespült und zerquetscht“, so Folde.

Selbst pflücken lohnt sich

Insgesamt sei man aber zuversichtlich, dass sich auch in dieser Saison wieder die Selbstpflücker auf dem knapp drei Hektar großen Erdbeerfeld tummeln.

Wer dazu keine Lust habe, könne zudem im Laden des Guts Pesterwitz bereits abgepackte Rationen kaufen – dann allerdings zum fast doppelten Preis. Selber bücken zahlt sich halt aus.