SZ +
Merken

Bühne für Sachsens Winzer

Im Weingut Hoflößnitz wird ein besonderer Schauraum eingerichtet. Nächste Woche bekommen ihn die Weinbauern im Pressenhaus vorgestellt.

Teilen
Folgen
© Animation: Hoflößnitz

Radebeul. Bisher gibt es das noch nicht. Einen gemeinsamen Auftritt aller wesentlichen Winzer Sachsens. In drei Monaten soll es so weit sein. Im Radebeuler Weingut Hoflößnitz können sich alle dem Besucher vorstellen. Die SZ erfuhr schon jetzt, wie der neue Auftritt dafür gestaltet sein soll.

So werden das Pressenhaus und die Außenanlage ab Frühsommer aussehen.
So werden das Pressenhaus und die Außenanlage ab Frühsommer aussehen. © Animation: Hoflößnitz

Doch vorerst ist das Zentrum für den Sachsenwein noch Baustelle. Unternehmer Uwe Risse und seine Handwerker haben Wort gehalten. Zum Jahreswechsel war das Pressenhaus in der Hoflößnitz winterfest.

Rings um das Fundament aus Bruchsteinen ist aufgegraben. Die Mauern müssen trockengelegt werden. Vor dem Bitumenkaltanstrich bringen die Maurer auf die unregelmäßigen Steine Zementschichten auf, um dem Ganzen mehr Halt zu geben.

Weiter oben wurden Fenster und Gauben eingebaut. Die großen Eichentore fehlen noch. Es wird zwei große Eingänge geben – den von der Ostseite in die künftige Touristinformation und den an der Südseite, hinter welchem sich Treppe und Fahrstuhl für den oberen Saal befinden. Im Innern ist der Mörtel frisch auf die Wände aufgetragen. Kantige Metallschächte zeigen an, wo Lüftung eingebaut wird. Leitungsschächte sind verlegt. Die neue Gliederung des Hauses ist klar erkennbar: Vom Osten gelangt der Besucher in die Tourismuszentrale Sächsische Weinstraße. Dem schließt sich ein großer Schauraum an. Er wird das Herz des neuen Pressenhauses.

An den Wänden sind einzelne Güter abgebildet

Im Schauraum werden 35 sächsische Weingüter und Haupterwerbswinzer sowie Weinbaugemeinschaften dargestellt. Mittelpunkt des Raumes sollen eine Stele und ein interaktiver Tisch sein, an welchem sich Besucher über den Wein in Sachsen informieren können.

Hoflößnitz-Geschäftsführer Jörg Hahn: „Gibt ein Besucher etwa Weißburgunder ein, bekommt er die Information, wo überall dieser in Sachsen angebaut und angeboten wird. Rebsorten und ihre Besonderheiten – alle wesentlichen Fakten zum Weinbaugebiet Sachsen lassen sich hier ganz schnell abrufen.“ An den Wänden sind die einzelnen Güter abgebildet, mit einer Weinflasche aus dem jeweiligen Keller. Am nächsten Dienstag sind die Weingüter, Winzer und Weinbaugemeinschaften Sachsens in der Hoflößnitz eingeladen. Ihnen wird der geplante Raum vorgestellt.

Vom Schauraum getrennt folgt der westliche Teil des Pressenhauses. Hier sind die Wände für die Toilettenanlagen, auch für Behinderte, bereits angelegt. Der Fahrstuhlschacht steht und die Treppe ins Obergeschoss ist eingebaut. Dort erwartet den Gast ein großzügiger und zwischen all den offen gelassenen Dachbalken ein zugleich uriger Raum. Große Fenster öffnen den Blick in die Weinberge bis hinaus zum Spitzhaus. Wenn hier Veranstaltungen wie etwa Konzerte stattfinden, haben in den Stuhlreihen bis zu 120 Personen Platz. Sind Tische und Stühle aufgestellt, können zum Beispiel Hochzeiten mit bis zu 80 Personen gefeiert werden.

Moderne Musikanlage

Von den Feiern, so verspricht Hoflößnitz-Geschäftsführer Jörg Hahn, sollen die Nachbarn nicht beeinträchtigt werden. Ein Akustiktechniker werde die Musikanlage so einrichten, dass kein störender Lärm nach draußen dringt.

Im Keller des Pressenhauses werden ein Technikraum und ein Lagerraum sein. Unter der Tourist-Info richtet das Museum einen Raum mit Ausstellungsstücken und Platz für Verkostungen ein.

Die letzte Aktion im Frühjahr auf der Hoflößnitz ist das Gestalten der Außenanlagen. Die Radebeuler Landschaftsarchitektin Katrin Rudloff hat dafür den Plan entworfen. Eine Freitreppe führt vom Eingang des Pressenhauses in den Hof. Die Wiese wird eingefasst, die Terrasse und die Wege bekommen eine sächsisch-gelbe wassergeschlämmte Decke. Bevor das passiert, werden alle Häuser mit Kabelkanälen verbunden. Abwasser- und Wasserrohre sowie Drainage müssen verlegt werden.

Jörg Hahn: „Unser Ziel ist es, im Mai die gesamte neue Anlage mit dem Pressenhaus und seinem Weinzentrum zu eröffnen.“ 1,5 Millionen Euro, davon die reichliche Hälfte als Fördermittel, werden Pressenhaussanierung und Außenanlage kosten.

Geld, welches gut angelegt sein soll, damit sich die Hoflößnitz mit Museum und Weinanbau künftig gesund selbst tragen kann. Die aktuellen Ergebnisse mit über 50 000 Liter Wein aus den größtenteils neu aufgerebten Bergen passen dabei bestens ins Konzept.

www.hofloessnitz.de