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Bürger schmieden Rettungspläne

Die Uhr für die Kita in Deschka tickt. Die Bürger sind betroffen. Und sinnieren über die Lösung.

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Wie es mit der Kita „Schlumpfenhaus“ in Deschka weitergeht, das will der Neißeauer Gemeinderat in der kommenden Sitzung am 25. Februar beschließen. „Es wird keine leichte Entscheidung“, sagt Bürgermeisterin Evelin Bergmann. Das Für und Wider will sie in der kommenden Sitzung anhand von Bildschirmpräsentationen genau aufschlüsseln. Vieles spreche für den Erhalt, genauso viel rechtfertige eine Schließung.

Mit der Außenstelle der Zentralkindertagesstätte in Groß Krauscha würde auch ein Stück Leben aus Deschka verschwinden. Das befürchten Eltern und Dorfbewohner. Doch falls die Räte für den Kita-Erhalt stimmen, müssten die Sanitäranlagen im Krippenbereich bis 31. Juli dieses Jahres saniert werden. Das habe eine Begehung im vergangenen Dezember durch das Landesjugendamt ergeben. Die Kosten werden auf etwa 25 000 Euro geschätzt. Für die Gemeinde mit der Haushaltssperre ein riesiger Batzen Geld.

Der Vertreter der Bürgerinitiative „Autofreie Fußgänger- und Radfahrerbrücke“, Peter Schreiber hat seinen ganz eigenen Vorschlag zur Kita-Rettung. Wenn es nach ihm ginge, würden die zweckgebundenen Spendengelder über 5 000 Euro, die das Landratsamt für den elektronischen Poller gesammelt hat, in die Kita-Sanierung fließen. Mehr noch: Jeder der 356 Bürger, die sich beim Bürgerentscheid gegen Autos auf der Brücke ausgesprochen haben, könnten Schreibers Meinung nach 50 Euro spenden. Wenn jeder der „Neinsager“ mitmachen würde, käme man auf 17 800 Euro. Würden sich auch die übrigen Wahlberechtigten – immerhin 1100 an der Zahl – jeder mit zehn Euro beteiligen, käme ein zusätzlicher Betrag von 11 000 Euro zusammen.

Was das Landratsamt und die Deschkaer Bürger zu diesem Vorschlag sagen, ist zwar unklar. Fest steht jedoch, dass viele Leute nach Ideen suchen. Auch die Eltern sowie Kita-Leiterin Silvia Konrad kämpfen für den Erhalt des „Schlumpfenhauses“ – und sammeln Spenden für die Sanierung. Ein vierstelliger Betrag sei schon zusammengekommen.

Einer derjenigen, der die Kita mit einer zweiten Kostenschätzung und seinen fachlichen Kenntnissen kostenlos unterstützen möchte, ist Bauingenieur Bernhard Topa. „Wenn die Betreibung der Kita wegen der niedrigen Belegung nicht ausgelastet erscheint, könnte nicht eine abgespeckte Raumnutzung oder Umnutzung zu einem besseren Ergebnis führen?“, fragt der Statiker. Sein Vorschlag: Räumlichkeiten für eine Begegnungsstätte für Jung und Alt. (sey)