merken
PLUS Niesky

Bürgerbus-Projekt nimmt Fahrt auf

Corona war bisher Bremsklotz in Rothenburg. Jetzt gibt es erste Ansätze, wohin die Reise gehen soll. Und neue Anregungen.

Das Rothenburger Rathaus könnte zum zentralen Anlaufpunkt für den künftigen Bürgerbus werden. Wann er starten soll, ist noch nicht ganz klar.
Das Rothenburger Rathaus könnte zum zentralen Anlaufpunkt für den künftigen Bürgerbus werden. Wann er starten soll, ist noch nicht ganz klar. ©  André Schulze

Eigentlich sollte der Bürgerbus in Rothenburg schon weit fortgeschritten sein. Doch weil Corona für viele Einschränkungen sorgte, geriet das ambitionierte Projekt erst einmal aufs Abstellgleis. Jetzt allerdings wird mit Hochdruck weiter daran gearbeitet.

Neue Impulse kommen aus einer von der Freiwilligenagentur Rothenburg initiierten Planungswerkstatt. Mit dabei waren dort die Mobilitätsexperten des Berliner IGES-Institutes, die den Bürgerbus in der Konzeptphase begleiten. Geschäftsführer Christoph Gipp stellte die Ergebnisse der im Frühjahr durchgeführten Bürgerbefragung vor. Immerhin 220 Einwohner hatten sich daran beteiligt. Diese Zahl ist für Daniela Teßmer von der Freiwilligenagentur Beleg für die Wichtigkeit des Themas. Denn auch dies kam zum Ausdruck: "Die Mehrzahl der Befragten wünscht sich Fahrten dorthin, wo sie ihren täglichen Bedarf decken können."

Anzeige
Kompetenz in der Vermögensbetreuung
Kompetenz in der Vermögensbetreuung

Geld sicher und gut anlegen? Das ist in Zeiten der Nullzinspolitik nicht einfach. Deshalb sollte man sich gerade jetzt gut beraten lassen.

Kombi aus festen und flexiblen Zeiten vorgesehen

Nach Angaben von Christoph Gipp sind für die Rothenburger jedoch auch die Wege zum Arzt, zur Apotheke und zu Behörden wichtig. Darüber hinaus könnte der Bürgerbus für Fahrten zu Freunden und Verwandten sowie für Ausflüge zu beliebten Freizeitzielen genutzt werden. Ebenso wichtig für die befragten Bürger sind offenbar Verbindungen zwischen den Ortsteilen und dem Stadtzentrum von Rothenburg. Fahrten nach Niesky, Weißwasser und Görlitz - hier insbesondere zum Theater - werden ebenso nachgefragt.

Bei so vielen Zielen bleibt die Frage, wie das umgesetzt werden soll und ob dies überhaupt Aufgabe eines Bürgerbusses sein kann. Das IGES-Institut hat sich dazu verschiedene Gedanken gemacht. Im Wesentlichen nennen die Experten zwei Möglichkeiten: Fahrten nach einem vorgegebenem Plan und mit festen Haltestellen oder eine Rahmenverkehrszeit, die sich nach den Wünschen der Nutzer richtet und diese im Tür-zu-Tür-Verfahren abholt und wieder nach Hause bringt.

Weiter verfolgt werden soll nun ein Misch-Konzept. Danach könnten an bestimmten Tagen gezielt Ziele angefahren werden, die von möglichst vielen Nutzern gewünscht werden. Darüber hinaus könnten an den verbleibenden Tagen Sammeltouren zum Einkaufen angeboten werden. Daniela Teßmer: "Es hat sich herauskristallisiert, dass eine Mischung aus festen und flexiblen Bestandteilen wahrscheinlich am besten geeignet ist für unser Bürgerbus-Konzept."

Konzept soll sich nach tatsächlichem Bedarf richten

All diese Überlegungen fließen nun in ein vom IGES-Institut erarbeitetes Betriebskonzept ein. Dieses soll aber so veränderlich sein, dass es je nach dem tatsächlichen Bedarf von Tourenplanern und ehrenamtlichen Fahrern angepasst werden kann. 

Einen praktischen Eindruck wollen sich die Initiatoren von Freiwilligenagentur und Mehrgenerationenhaus Anfang September in Arzberg im Landkreis Nordsachsen verschaffen. Dort verkehrt bereits seit 2017 ein Bürgerbus. Die nächste Planungswerkstatt zum Rothenburger Projekt ist dann für Oktober angedacht.

Schon jetzt können sich ehrenamtliche Interessenten melden, die den Bürgerbus fahren oder Fahrtwünsche entgegennehmen und Routen koordinieren wollen. Kontakt unter: Tel. 035891 7237; E-Mail: [email protected]

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Niesky