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Bürgermeister darf Verträge für die Gemeindefeier abschließen

Das vorläufige Programm für das Fest steht. Zur Finanzierung ist eine Schrottsammlung geplant. Doch die ist nicht problemlos.

Von Thomas Christmann

Ihm soll es nicht ergehen, wie seinem Oybiner Amtskollegen. Der hatte eine Kapelle bestellt und musste sich später vor Gericht dafür rechtfertigen. Er wolle das auf ordentliche Füße gestellt wissen, sagt Mittelherwigsdorfs Bürgermeister Markus Hallmann (Freier Wählerverein). Deshalb beschloss der Rat, dass er für das Festwochenende die Verträge schließen darf. Vom 20. bis 22. Juni feiern Oberseifers-, Radgen-, und Mittelherwigsdorf sowie Eckartsberg das 20-jährige Bestehen der Einheitsgemeinde. An dem Wochenende ist allerdings auch das Zittauer Stadtfest, was sonst Mitte Juli gefeiert wird. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt der Bürgermeister. „Leider.“ Sonst hätte die Gemeinde einen anderen Termin gewählt. Nun steht er fest.

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Für die Feierlichkeiten auf dem Sportplatz in Oberseifersdorf rechnet Hallmann mit Ausgaben von 21 500 Euro. Allein das Festzelt kostet 3 500 Euro. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Vereinen, Feuerwehren und Verwaltung hat bereits ein vorläufiges Programm festgelegt. Schon am Donnerstag empfängt Hallmann eine Delegation aus der Partnergemeinde in Dischingen und plant ein gemütliches Zusammensein. Am Freitag ist ein Salut-Schießen mit der Schützengesellschaft, die feierliche Vereidigung des neuen Gemeinderates, Tanz und Unterhaltung beispielsweise mit den Herschdurfer Karnevalisten geplant.

Am Sonnabend präsentieren sich die Vereine, Feuerwehren, übernehmen Schulförderverein und Kinderhäuser die Betreuung der Kleinen. Zudem treten am letzten Spieltag in der Kreisliga Rotation Oberseifersdorf und Traktor Mittelherwigsdorf gegeneinander an. „Fußball bewegt die Leute“, sagt Markus Hallmann. Als Rotations-Mitglied fällt es dem Bürgermeister aber schwer, neutral zu bleiben. Hoffentlich werde es kein Trauerspiel, sagt er. Der Grund: Wenn sich an der aktuellen Lage in der Liga nichts ändert, steigt einer von den Mannschaften ab. Zum Abend wird auch das WM-Fußballspiel zwischen Deutschland und Ghana per Beamer und Videoleinwand übertragen. Der Höhepunkt ist aber der Auftritt der Oberseifersdorfer Band „Dorfgespräch“ im Festzelt, die vom harten Rock bis zum Partykracher alles spielen kann. Ein Fackelumzug und Sonnenwendfeuer runden das Programm ab. Am Freitag und Sonnabend steht jeweils ein Shuttle-Bus zur Verfügung. Der Sonntag beginnt mit einem musikalischen Frühschoppen der Berthelsdorfer Blasmusikanten, gefolgt vom Bäckerchor, den Blechbläsern und am Abend einem Konzert von „Klangbild“ in der Oberseifersdorfer Kirche. Über den Tag präsentieren sich wieder die Vereine, gibt es Kinderbelustigung und ein Kuchenrad. Eine Idee ist auch ein sportlicher Wettkampf zwischen den Vereinen, vielleicht mit der Partnergemeinde.

Auch die Einwohner aller Orte sind aufgerufen, mitzumachen. Am 10. Mai sollen sie ihren Metallschrott an die Straße stellen. Helfer aus der Gemeindeverwaltung, den Vereinen und der Feuerwehr holen ihn dann kostenlos ab. Klaus-Rüdiger Komm (Freier Wählerverein) wies allerdings darauf hin, den Metallschrott erst an dem Vormittag herauszustellen. Damit nicht der Großteil in grauen Kanälen verschwinde, wie er sagt. Zur letzten Sammlung hätten viele Einwohner ihren Metallschrott schon am Abend vor die Tür gestellt. Am nächsten Morgen sei nur noch das halbe Zeug dagewesen, so Komm. Der Erlös aus dem Schrottverkauf fließt komplett in die Jubiläumsfeier. Die Einnahmen vom Wochenende werden hingegen an die beteiligten Vereine ausgeschüttet.

Es soll ein Fest vom Dorf fürs Dorf werden. Die Orte haben sich 1994 zur Einheitsgemeinde zusammengeschlossen – ohne Not oder Gesetz, sondern freiwillig. Wie gut sie zusammengewachsen sind, wollen die Beteiligten im Juni zeigen. Für Anregungen ist die Arbeitsgruppe offen.