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Bürgermeister drehen am großen Rad

Penzig und Neißeaue weihen heute ein Großprojekt ein: das gemeinsame Wasserwerk.

Von Steffen Gerhardt

Wenn heute Mittag die Bürgermeister von Piensk (Penzig) und Neißeaue, Jerzy Strojny und Evelin Bergmann, am Rad drehen, dann hat das einen guten Grund: Beide Gemeinden nehmen ihre gemeinsame Wasserversorgung in Betrieb. Symbolisch zumindest. Denn seit einem Monat versorgt das Wasserwerk in Piensk bereits die Ortschaften Deschka, Groß Krauscha und Zodel mit Wasser aus der Görlitzer Heide. Was bisher als Probebetrieb lief, wird heute offiziell.

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Gleichzeitig wird ein Versorgungsvertrag unterzeichnet. Dieser sichert nicht nur Neißeaue eine konstante Wasserversorgung, sondern regelt auch die Versorgung in umgekehrter Richtung. Falls Piensk von einer Havarie betroffen ist, liefern die Stadtwerke Görlitz Trinkwasser in das Leitungsnetz von Stadt und Gemeinde. Das ist zum Vorteil für die Polen, denn bisher musste sich die Stadt immer selbst helfen.

Um eine Notversorgung, auch für Neißeaue, kurzfristig aus eigener Kraft sicherzustellen, sind zum Wasserwerk zwei Speicherbehälter von zweimal 500 Kubikmeter neu gebaut. Darüber hinaus wurde das gesamte Wasserwerk mit neuen Anlagen ausgerüstet, wie Vizebürgermeisterin Malgorzata Sokolowska der SZ sagte.

Wasser ist sehr guter Qualität

Damit kann Piensk seine rund 9 500 Einwohner in Stadt und Land versorgen und auch noch Trinkwasser nach Neißeaue abgeben. „Hinzu kommt, wir liefern das Wasser in einer sehr guten und geprüften Qualität“, sagt Sokolowska. Möglich wurde das Vorhaben für Piensk und Neißeaue durch den „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung – Operationelles Programm der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Sachsen-Polen 2007-2013“. Ein komplizierter Name für ein großes Projekt. Drei Jahre nahm es für die Umsetzung in Anspruch und hat einen Wert von rund 1,25 Millionen Euro. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent durch den europäischen Fond gefördert.

Die Stadt Piensk muss nur 185 000 Euro und die Gemeinde Neißeaue 55 400 Euro zahlen. Parallel zum Umbau des Wasserwerkes auf polnischer Seite schaffte Neißeaue baulich die Voraussetzungen, um das Einspeisen des Trinkwassers in das eigene Leitungsnetz zu ermöglichen. Dafür wurden knapp 70 000 Euro ausgegeben.

Klärwerk arbeitet bereits seit 1995

Mit der heutigen Einweihung ist ein zweites Großprojekt für die Verbesserung der Infrastruktur zwischen den beiden Partnergemeinden Geschichte. 1995 wurde das gemeinsame neue Klärwerk in Piensk eingeweiht. Umgerechnet rund vier Millionen Euro kostete es und war damit das erste Klärwerk im deutsch-polnischen System der Abwasserbeseitigung. Die neue mechanisch-biologische Kläranlage reinigt seitdem auch das Abwasser aus den drei deutschen Ortsteilen Groß Krauscha, Zodel und Deschka.