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Bürgermeister erobern den Kreistag

Christoph Fröse aus Bannewitz und Mirko Kretschmer-Schöppan aus Freital sind drin – und zugleich in guter Gesellschaft.

© Daniel Förster

Von Domokos Szabó

Großes Kommen und Gehen im Kreisparlament in Pirna. Die Wähler haben am Sonntag dafür gesorgt, dass mehr als jeder Dritte ein Neuling ist im Kreistag. Unter den Einsteigern sind aber auch erfahrene Kommunalpolitiker wie der Bannewitzer Bürgermeister Christoph Fröse und Freitals 1. Bürgermeister, Mirko Kretschmer Schöppan (beide Liste Freie Wähler).

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Mirko Kretschmer-Schöppan ist parteiloser 1. Bürgermeister der Stadt Freital. Nun kandidierte er bei den Freien Wählern. Foto: privat
Mirko Kretschmer-Schöppan ist parteiloser 1. Bürgermeister der Stadt Freital. Nun kandidierte er bei den Freien Wählern. Foto: privat
Der Kreistagssaal auf Schloss Sonnenstein in Pirna. Den müssen sich wohl künftig mehr Fraktionen teilen. Archivfoto: Daniel Förster
Der Kreistagssaal auf Schloss Sonnenstein in Pirna. Den müssen sich wohl künftig mehr Fraktionen teilen. Archivfoto: Daniel Förster © Daniel Förster

Die SZ nennt die wichtigsten Trends bei der Besetzung des Gremiums. Bereits am 7. Juli soll sich der 87-köpfige Kreistag mit Landrat Michael Geisler (CDU) an seiner Spitze konstituieren.

Trend 1: Bekannte Gesichter verabschieden sich

Sie ist das hübsche Gesicht der Freien Wähler, kandidierte im vergangenen Jahr sogar für den Bundestag. Nun wird die Ex-Skeletonweltmeisterin Diana Sartor aus Bärenfels nicht einmal im Kreistag mitreden können. Sie ist ebenso abgewählt worden wie der Königsteiner Bürgermeister Frieder Haase (parteilos) oder der FDP-Kreischef und Landtagsabgeordnete Norbert Bläsner. Für den Dippser Gymnasiumschef Volker Hegewald hat es ebenfalls nicht gereicht. Er saß früher für die Freien Wähler im Kreistag, nun hat er auf der CDU-Liste kandidiert – erfolglos. Auch die Ausländerbeauftragte des Landkreises, Heidrun Weigel (CDU), bekam kein erneutes Kreistagsmandat von den Wählern. Mit Reiner Hähnel aus Rathmannsdorf verabschiedet sich ein weiterer Bürgermeister aus dem Kreistag.

Trend 2: Noch mehr Bürgermeister

im Kreistag

Doch das bedeutet nicht, dass nunmehr weniger Rathauschefs nach Feierabend im Kreistag sitzen. Im Gegenteil: Viele von ihnen sind neu angetreten und bekamen auch dank ihrer Bekanntheit genug Stimmen. Neu in den Kreistag ziehen ein: Mirko Kretschmer-Schöppan aus Freital, Klaus-Peter Hanke aus Pirna, Christoph Fröse aus Bannewitz und Jens Peter aus Dippoldiswalde (alle Liste Freie Wähler) sowie Thomas Paul aus Rabenau, Torsten Schreckenbach aus Klingenberg und Ralf Müller aus Dohna (alle CDU).

Neben den Genannten sitzen auch die (Ober-)Bürgermeister von Freital, Heidenau, Wilsdruff, Sebnitz, Müglitztal, Kreischa, Glashütte, Liebstadt, Bad Schandau, Altenberg, Stolpen, Hohnstein, Neustadt, Müglitztal, Lohmen, Wehlen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach im Kreistag. Wären sie alle in einer Partei, würden sie die zweitstärkste Fraktion (24 Köpfe) bilden. In Wirklichkeit sitzen zahlenmäßig in der CDU-Fraktion die meisten Bürgermeister (elf). Die Kreistagspartei mit dem höchsten Bürgermeisteranteil ist indes die FDP (drei Viertel), gefolgt von den Freien Wählern (zwei Drittel).

Trend 3: Nicht alle Prominenten schaffen es

Der Pirnaer Ralf Thiele hatte sich im dortigen Stadtrat als CDU-Fraktionschef einen Namen gemacht. Weder das noch der überdurchschnittlich starke Wahlkampf haben ihm bei der Wahl geholfen: Er wurde ebenso wenig in den Kreistag gewählt wie der Chef von Bürger für Freital, Chris Meyer. Geschafft hat es hingegen der Pirnaer Landtagsabgeordnete Oliver Wehner.

Trend 4: Der Kreistag wird in Zukunft vielfältiger

Dank ihres guten Abscheidens wird die Alternative für Deutschland sofort in Fraktionsstärke im Kreistag vertreten sein. Damit gäbe es statt sechs künftig sieben Fraktionen. Allerdings büßt die FDP die Fraktionsstärke ein. Landrat Geisler sprach sich aber nach der Wahl dafür aus, die Mindestgröße der Fraktionen von fünf auf vier Köpfe zu senken. In diesem Fall könnten auch noch die Grünen eine Fraktion bilden – und es gäbe acht davon. Entscheiden muss über diese Initiative: der Kreistag.