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Bürgermeisters Wechselwäsche

Die Mitarbeiter im Olbersdorfer Gemeindeamt haben in diesen Tagen ein heißes Problem. Ihr Chef löst es pragmatisch. Alles andere wird teuer.

Olbersdorfs Bürgermeister Andreas Förster und seine Mitarbeiter haben ein heißes Problem.
Olbersdorfs Bürgermeister Andreas Förster und seine Mitarbeiter haben ein heißes Problem. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Andreas Förster bringt die Lösung des Problems immer gleich mit auf Arbeit: Wechselwäsche! Der Bürgermeister von Olbersdorf (FDP) hat frische Hemden in seinem Büro stets vorrätig. In Tagen wie diesen kommt es nämlich nicht selten vor, dass er sich zwischendurch mal umziehen muss. Oder auch zweimal.   

Andreas Förster und seine Mitarbeiter in der Olbersdorfer Gemeindeverwaltung kommen derzeit aus dem Schwitzen nicht heraus. 36 Grad und mehr werden in den Büros gemessen, vor allem in denen auf der Südseite. Dort knallt die Sonne, dass es in den Räumen kaum noch auszuhalten ist. Bürgermeisters Sekretärin kann das nur bestätigen.

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Aber kann denn Wäschewechseln die Lösung sein? Olbersdorfs Kämmerer Frank Müller, ebenfalls Betroffener, hätte da einen anderen Vorschlag - und ihn auch schon auf der letzten Ausschusssitzung der Verwaltungsgemeinschaft vorgetragen: Eine Beschattung vor den Fenstern.

12.000 Euro mehr Miete im Jahr

Nun muss man wissen, dass die Olbersdorfer Gemeindeverwaltung eingemietet ist in einen in den 1990er Jahren errichteten Mehrzweckbau, wie sie in dieser Zeit vielerorts gebaut wurden - unten Geschäfte, oben Büros. Der Kämmerer hat auch schon mit dem Vermieter verhandelt: Die Beschattung ließe sich anbringen. Nur würde das monatlich 1.000 Euro Miete mehr kosten - macht 12.000 Euro mehr Miete im Jahr. 

Bei dieser Summe platzt Oybins Bürgermeister Tobias Steiner (SPD) doch glatt der Kragen. Denn seine Gemeinde - das muss man ebenfalls wissen - würde für die höhere Miete genauso zur Kasse gebeten wie Jonsdorf und Bertsdorf-Hörnitz, die anderen beiden Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft, deren gemeinsames Büropersonal in Olbersdorf sitzt. 

"Da muss man doch dem Vermieter mal sagen, so geht das nicht", findet Steiner. "Wenn ich Arbeitsräume vermiete, muss ich doch auch dafür sorgen, dass da ordentliche Arbeitsbedingungen herrschen."

Auszug ist eine Option

Und was würde denn dagegen sprechen, aus diesem Haus auszuziehen? Die Frage stellt Olbersdorfs Gemeinderat Mike Herglotz, der auch keine Lust hat, einer derartigen Mieterhöhung zuzustimmen. Das Objekt sei ohnehin in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig, und man rede in der Gemeinde schon jahrelang über einen möglichen Umzug. Wie wäre es denn mit dem schönen, historischen Gemeindeamt in Oybin oder dem in Jonsdorf? Dort wäre doch Platz, schlägt Konrad Siebert vom Oybiner Gemeinderat vor.

Eine kurzfristige Lösung für das Problem der Olbersdorfer Gemeindeamts-Mitarbeiter bahnt sich also nicht an. Es könnten auch noch einige hitzige Debatten folgen. Für den Rest des Sommers heißt es demnach für den Bürgermeister und seine Angestellten: Wechselwäsche nicht vergessen.

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