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Oßling: Das wollen die Bürgermeister-Kandidaten

Am Sonntag wird ein neues Gemeindeoberhaupt gewählt. Es gibt zwei Bewerber. Sächsische.de hat mit ihnen über ihre Pläne gesprochen.

Thomas Perjak (l.) und Johannes Nitzsche bewerben sich um das Bürgermeisteramt in Oßling.
Thomas Perjak (l.) und Johannes Nitzsche bewerben sich um das Bürgermeisteramt in Oßling. © Privat, Matthias Schumann

Oßling. Am Sonntag sind die Oßlinger dazu aufgerufen, einen neuen Bürgermeister für ihre Gemeinde zu wählen. Amtsinhaber Siegfried Gersdorf geht in den Ruhestand. Die Möglichkeit zur Wahl haben 1.880 Bürger aus den Orten Oßling, Milstrich, Skaska, Döbra, Trado, Lieske, Weißig, Scheckthal  und Liebegast. Für das Amt kandidieren Thomas Perjak und Johannes Nitzsche. Sächsische.de hat mit den beiden gesprochen.

„Wichtig ist eine deutlich bessere Kommunikation.“

Thomas Perjak tritt für die Wählervereinigung Elstergrund zur Bürgermeisterwahl an. Er ist 40 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Beruflich arbeitet er seit 15 Jahren als Bauingenieur im Bereich der Projektleitung und Projektsteuerung.

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Herr Perjak, warum wollen Sie Bürgermeister von Oßling werden?

Weil mir meine Heimatgemeinde am Herzen liegt, Oßling einen unabhängigen Bürgermeister aus der Mitte des Lebens braucht und ich die aktuellen Baustellen der Gemeinde kenne, wie zum Beispiel die Feuerwehrgerätehäuser oder den Sportplatz in Oßling.

Wie schätzen Sie die gegenwärtige Situation der Gemeinde ein?

Es gibt viele engagierte Bürger, die ihre Freizeit zum Wohle einer lebendigen Gemeinde opfern. Für eine kleine Gemeinde wie Oßling ist die derzeitige Situation eine besondere Herausforderung. Aber Oßling kann unter anderem auf eine gute Infrastruktur wie Kita, Schulen, Arzt, Vereine, Gewerbe und Handwerk bauen.

Was möchten Sie in Oßling verändern?

Ich baue auf Bewährtes, möchte auch Neues ermöglichen und suche nach langfristigen und praktikablen Lösungen für die Entwicklung der Gemeinde Oßling im ländlichen Raum. Aber besonders wichtig ist eine deutlich verbesserte Kommunikation zwischen Bürgermeister, Einwohnern und allen Vereinen.

Wo sehen Sie den Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit als Bürgermeister?

Es gibt eine Reihe von Herausforderungen. Mein Hauptziel ist ein zukunftsfähiger Haushalt. Weiterhin will ich unbürokratisch die kleinen Dinge auf schnellem Wege lösen und langfristig und konsequent die großen Baustellen entwickeln.

Thomas Perjak kandidiert für die Wählervereinigung Elstertal für das Bürgermeisteramt in Oßling.
Thomas Perjak kandidiert für die Wählervereinigung Elstertal für das Bürgermeisteramt in Oßling. © privat

Wie wollen Sie die Ortsteile in die Arbeit einbeziehen?

Mit einer deutlich verbesserten Kommunikation, Bürgernähe sowie einem stetigen Austausch mit den Bürgern und den Ortsvorstehern, um gegenseitiges Vertrauen zu schaffen und gemeinsam die Gemeinde Oßling im ländlichen Raum für die Zukunft vorzubereiten.

In welcher Form waren Sie bisher in der Gemeinde aktiv?

Seit 2014 bin ich als Gemeinderat tätig und vertrete im Ortschaftsrat Trado meinen Heimatort. Desweiteren engagiere ich mich als Vorstandsmitglied im Tradoer Heimatverein für den Zusammenhalt unserer Dorfgemeinschaft und seit vielen Jahren auch in der Kirchgemeinde Oßling.

Wie wollen Sie die Vereine unterstützen?

Ich will die bestehenden Vereinshäuser erhalten und entwickeln und alle Vereine konzeptionell und finanziell unterstützen.

Was ist Ihrer Meinung nach das größte Investitionsvorhaben?

Investitionsvorhaben gibt es viele, und die Förderpolitik des Freistaates Sachsen ist derzeit auf eine Stärkung des ländlichen Raumes ausgerichtet. Entscheidend ist, das Gesamte im Blick zu behalten und die vorhandenen Möglichkeiten geschickt zu nutzen, um langfristig alle notwendigen Investitionen – sei es die Pflege der Infrastruktur, die Entwicklung des Ehrenamtes der Feuerwehr oder das zukünftige Aussehen unserer Sportstätten – tätigen zu können.


„Vereine dürfen nicht links liegengelassen werden“

Johannes Nitzsche kandidiert für die Wählervereinigung „Bündnis Zukunft gestalten“. Er ist 31 Jahre alt, ledig und hat Maschinenbau studiert. Derzeit arbeitet er als Ingenieur für Werksplanung.

Herr Nitzsche, warum wollen Sie Bürgermeister von Oßling werden?

Es lohnt sich, für Oßling einzustehen. Das haben 60 Prozent der Wähler beim Bürgerentscheid für die Selbstständigkeit ebenfalls so gesehen. Gemeinsam ist es zu schaffen, unsere Gemeinde voranzubringen.

Wie schätzen Sie die gegenwärtige Situation der Gemeinde ein?

Die gegenwärtige finanzielle Situation der Gemeinde Oßling ist angespannt. Wir befinden uns in einer Haushaltssperre. Um den Haushalt zu stabilisieren und möglichst Spielräume zu schaffen, müssen wir neue Spar- und Einnahmepotenziale aktivieren, ohne den Bürger zu belasten.

Was möchten Sie in Oßling verändern?

Wir werden gemeinsam die Gemeinde nach unserem Leitbild Bildung und Wohnen entwickeln. Ziel ist es, die Einwohnerzahl zu stabilisieren, besser noch zu erhöhen, und die Gemeinde damit attraktiver zu gestalten. Das heißt auch, die Verwaltung der kommunalen Wohnungen wieder in die Gemeinde zurückzuholen. Für mich gehört eine Kindertagesstätte mit einer reaktivierten Außenstelle in Weißig dazu – natürlich in Trägerschaft der Gemeinde.

Wo sehen Sie den Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit als Bürgermeister?

Den Schwerpunkt sehe ich in einer verbesserten Informationspolitik. Hier benötigen wir einen Kurswechsel. Besonders wichtig sind mir dabei Transparenz, Kommunikation und die Zusammenarbeit mit allen. Mir ist es auch wichtig, alle Bildungseinrichtungen in der Gemeinde zu erhalten und gleichberechtigt zu unterstützen.

Johannes Nitzsche tritt für die Wählervereinigung „ Bündnis Zukunft gestalten“ zur Bürgermeisterwahl in Oßling an.
Johannes Nitzsche tritt für die Wählervereinigung „ Bündnis Zukunft gestalten“ zur Bürgermeisterwahl in Oßling an. © Matthias Schumann

Wie wollen Sie die Ortsteile in die Arbeit einbeziehen?

Mindestens einmal jährlich werde ich einen Rundgang mit den Ortsvorstehern durch die Ortsteile durchführen. Zudem muss die Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern verbessert werden. Auch die Gemeinderatssitzung abwechselnd in den Ortsteilen durchzuführen, sehe ich als gute Möglichkeit an.

In welcher Form waren Sie bisher in der Gemeinde aktiv?

Seit 2006 bin ich Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Oßling. Seit 2014 bin ich Gemeinderat und auch Ortschaftsrat im Ort Oßling.

Wie wollen Sie die Vereine unterstützen?

Die Vereine sind der Puls des dörflichen Lebens. Sie dürfen nicht links liegengelassen werden. Die bisherige Vereinsförderrichtlinie muss vereinfacht werden. Wenn sich finanzielle Spielräume im Haushalt ergeben, muss auch eine bessere Unterstützung der Vereine bei den Betriebskosten erfolgen.

Was ist Ihrer Meinung nach das größte Investitionsvorhaben?

Der größte Investitionsstau befindet sich im Bereich Brandschutz. Außerdem gibt es noch weitere größere Investitionsvorhaben, die wir nicht auf die lange Bank schieben sollten: Straßenbau in Trado, Sanierung des Sportplatzes in Oßling und die Pausenhofgestaltung der staatlichen Grundschule. Wichtig ist, alle bestehenden Fördermöglichkeiten auszuschöpfen.

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